Führung mit dem Geiste der Shaolin Mönche

31. Jänner 2011, 16:56
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Einen Leitfaden für "modernes Führen" verspricht Robert Egger von Shaolin Österreich - Mit den "Schätzen chinesischer Medizin"

"Eine Leistungssteigerung bei gleichzeitiger Erhaltung der Gesundheit und der moralischen Werte." Wenn man Robert Eggers Worten Glauben schenkt, dann gibt es so etwas wie ein Patentrezept für alle Führungskräfte. Nicht in Utopia verortet, sondern in China. Egger ist Gründer und Vorstand von Shaolin Österreich und referierte beim Business Circle über die "Kraft der Shaolin Mönche" und deren Leistungsmanagement als Leitfaden für "modernes Führen".

Lebenskonzept

"Es geht nicht primär ums Kämpfen, sondern viel mehr ums Leisten", skizzierte Egger die Tradition der Shaolin Mönche, die vor 1.500 Jahren in China entstand. Im Mittelpunkt stehe der Energiebegriff: "Je mehr Chi vorhanden ist, desto besser", erklärt er das Konzept der "Lebensenergie", das auf drei Säulen - den "Schätzen der chinesischen Medizin" - basiere. Mut, Beherztheit, Gelassenheit und Motivation seien erst realisierbar, wenn die zwei ersten Schätze, nämlich die "Kraft der Vorfahren" auf der einen und die Lebensenergie Chi auf der anderen Seite, im Einklang sind.

Das "Kraftfeld der Vorfahren" beschreibt Egger als "Grundenergiepaket", das bereits von Geburt an mitgegeben wird. Es ist lebensnotwendig, aber nicht regenerierbar. Im Gegensatz zum Chi, das als Quelle zum Energie tanken dient und durch Atem und Nahrung gestärkt werden kann. "Energie lässt sich also beliebig einatmen oder anessen", sagt er und zieht Parallelen zwischen den Shaolin-Mönchen und der westlichen Welt: "Viel sitzen, viel denken."

Frust oder Freude steuern

Eine medizinische Bestätigung für die Tradition der Shaolin-Mönche leitet Egger von der Neuropsychologie ab. Und hier kommt das Limbische System als Sitz der Hormone ins Spiel. Es ist dafür zuständig, dass jede Situation emotional bewertet wird, führt er aus: "Dieser Teil des Gehirns regelt, ob Frust oder Freude ausgelöst wird." Das "Bewertungszentrum" schüttet, bevor die Situation im Großhirn analysiert wird, entweder Glücks-oder Stresshormone aus. Ist genug Energie, also Chi, da, werde die Sache mit Freude und Kraft in Verbindung gebracht, behauptet Egger: "Im roten Bereich sind keine kreativen Lösungen möglich." Stress und Burnout seien die Folge.

In der chinesischen Komplementärmedizin wird Burnout nicht so dramatisch gesehen, meint der Tai Chi Meister und Qi Gong Trainer. Die Lösung: "Nicht die Leistungsfähigkeit zurückschrauben, sondern einfach die Lebensenergie ausbauen."

"Pull Leading"

Aufgabe von Führungskräften sei es, bei den Mitarbeitern das Gefühl von Freude im limbischen System zu aktivieren. "Nur so kann Selbstmotivation in Gang gesetzt werden", so Egger über das so genannte "Pull Leading". An die Stelle von Flucht und Angst treten Mut, Wertschöpfung und Wertschätzung, erläutert er das Idealbild, wobei Mut "nichts mit Bungee-Jumping" oder dergleichen am Hut habe: "Das alte Denksetting soll verlassen werden."

Durch intensive Bewegung, gepaart mit der richtigen Atmung, werde die Sauerstoffsättigung im Körper erhöht. "Das hat mit Fettverbrennung nichts zu tun, sondern mit einem größeren Lungenvolumen." Um dies zu erhöhen, lehrt er zwölf Übungen, die in "Energiemanagement-Seminaren" vermittelt werden. Natürlich gegen Geld und nicht aus rein altruistischen Gründen. An seiner Seite befindet sich Meister Shi Yan Liang. Ein Mönch und Kung Fu Trainer, der seit vier Jahren in Europa lebt.

Frage der Übung

"Shaolin waren immer schon Hochleister mit einem strategischen Konzept im Hintergrund", sagt Egger weiter, "und das Schöne an dieser Tradition ist, dass es schnell geht". Auch Mönche meditieren nicht den ganzen Tag, sie gehen einer Arbeitssituation nach. "Bei uns hat man auch nicht die Zeit, es täglich zwei Stunden zu praktiziert." Laut Egger reichen im Alltag zwei Einheiten im Ausmaß von jeweils fünf Minuten; wenn man die Atemübungen erst einmal internalisiert hat. "Atmen muss man sowieso, da kann man es gleich richtig machen." (om, derStandard.at, 31.1.2011)

  • Rober Egger von Shaolin Österreich ist Leiter des Shaolin Tempels in Wien, wo Shaolin Kung Fu, Tai Chi, Meditation und Chan Buddhismus gelehrt werden.
    foto: stephan rauch

    Rober Egger von Shaolin Österreich ist Leiter des Shaolin Tempels in Wien, wo Shaolin Kung Fu, Tai Chi, Meditation und Chan Buddhismus gelehrt werden.

  • Meister Shi Yan Liang war auf Einladung des "Business Circle" und des Mobilfunkers Orange in Wien und gab Einblicke in seine Atem- und Konzentrationsübungen.
    foto: stephan rauch

    Meister Shi Yan Liang war auf Einladung des "Business Circle" und des Mobilfunkers Orange in Wien und gab Einblicke in seine Atem- und Konzentrationsübungen.

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