Vorarlberg erreichte ähnliche PISA-Werte wie Gesamtösterreich

31. Jänner 2011, 14:45
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Eigene Regionalauswertung bringt keine signifikanten Abweichungen

Bregenz - Die Ergebnisse Vorarlbergs beim PISA-Test unterscheiden sich kaum vom Österreich-Durchschnitt bzw. fallen sogar noch leicht schlechter aus. Vorarlbergs Schullandesrat Siegi Stemer zeigte sich bei der Präsentation der Daten am Montag "ernüchtert und enttäuscht", unterstrich aber die bereits eingeleiteten Maßnahmen. Der Chef des für die Testdurchführung zuständigen Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), Günter Haider, nannte die Anstrengungen Vorarlbergs "richtig platziert".

Während in den beiden Bereichen Mathematik (V: 494 Punkte; Ö: 496; OECD-Schnitt: 496) und Naturwissenschaften (V: 491 Punkte; Ö: 494 Punkte; OECD-Schnitt: 501) die Abstände der getesteten 1.450 Vorarlberger Schüler (Jahrgang 1993) aus 61 Schulen zu ihren Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet sehr gering waren, fiel die Differenz beim Lesen (V: 465 Punkte; Ö: 470; OECD-Schnitt: 493) etwas deutlicher aus, ist den Studienautoren zufolge aber dennoch nicht statistisch signifikant.

Auch in Sachen Spitzen- und Risikogruppen deckt sich das Vorarlberg-Ergebnis weitestgehend mit jenem für Gesamtösterreich: Beim Lesen etwa fanden sich 29 Prozent der getesteten Vorarlberger Jugendlichen in der Risikogruppe wieder (Ö: 28 Prozent). Ebenfalls eine sehr große Übereinstimmung des Vorarlberg- mit dem Österreich-Ergebnis wurde bei den Leistungsunterschieden zwischen Mädchen und Burschen bzw. zwischen einheimischen Jugendlichen und solchen mit Migrationshintergrund festgestellt. Zwar waren in Vorarlberg mehr als die Hälfte der Migranten Lese-Risikoschüler, die Lese-Risikogruppe an sich besteht aber zu zwei Drittel aus Einheimischen.

Höherer Stellenwert für Bildung

Stemer betonte, dass Vorarlberg bereits nach der PISA-Studie 2006 ein umfangreiches Maßnahmenpaket ausgearbeitet und in Umsetzung gebracht habe. Man setze bewusst bei der Frühpädagogik an und werde diesen Weg auch nicht verlassen, auf Basis der nun vorliegenden Daten werde man aber natürlich die Maßnahmen"in Zusammenarbeit mit den Systempartnern Gemeindeverband, Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer vertiefen. Das nehmen wir als unseren Auftrag mit", sagte Stemer.

Es müsse gelingen, dem Lesen, Schreiben und Rechnen wieder einen größeren Stellenwert in Familien und den Schulen zu geben. Lesen müsse wieder "cool" werden, so der Landesrat. Welcher Weg dorthin führe, wisse aber auch er nicht, gestand Stemer ein. Vonseiten der Bundespolitik forderte Stemer eine "engste Zusammenarbeit" ein und wies auch zum wiederholten Male auf die Problemfelder Lehrermangel und Dienstrecht hin. Vorarlbergs PISA-Beauftragter Alfons Bechter unterstrich, dass die Entwicklung der Kinder wieder eine "gemeinsame gesellschaftliche Sorge" werden müsse. Andernfalls werde es schwer fallen, wesentliche Fortschritte zu machen. (APA)

Wissen

Bei der bisher letzten PISA-Studie im Jahr 2009 hatten Vorarlberg und Tirol erstmals eine regionale Auswertung beauftragt, die unter anderem eine höhere Zahl an getesteten Kindern in diesen beiden Ländern bedingte. Die Tiroler Ergebnisse werden am 2. Februar vorgestellt, die anderen Bundesländern verzichteten auf eine länderspezifische Erhebung.

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