Forscher warnen vor schwerem Beben in naher Zukunft

31. Jänner 2011, 14:11
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Erdbeben im Februar 2010 habe tektonischen Spannungen nur zum Teil entladen

London - Italienische Wissenschafter befürchten, dass Chile nach dem verheerenden Erdbeben im Februar 2010 schon in naher Zukunft ein weiteres äußerst starkes Beben folgen wird. Das Erdbeben am 27. Februar im Pazifik vor der Region Maule kostete mindestens 350 Menschen das Leben, richtete Milliardenschäden an Gebäuden sowie Infrastruktur an und löste einen Tsunami aus, der weite Küstenstriche sowie die Juan Fernandez-Inseln gut 600 Kilometer vor der Küste Südamerikas verwüstete.

Hohes Risiko

Entgegen der gängigen Vorstellung, dass nach einem starken Erdbeben die tektonischen Spannungen und damit die Gefahren weiterer Beben zunächst geringer sind, könne das Beben vom vergangenen Jahr das Risiko eines neuen Bebens sogar noch vergrößert haben, schreiben die Wissenschafter unter Leitung von Stefano Lorito in der britischen Fachzeitschrift Nature Geoscience.

Grund seien überraschende Erkenntnisse über den Verlauf des Bebens von 2010. Dabei hätten sich die Spannungen im Untergrund, die sich seit dem großen Beben von 1835 aufgebaut hatten, nur teilweise entladen.  In einem Bereich, der auch als "Darwin-Kluft" bekannt ist, haben sich den Forschern zufolge die Spannungen sogar verstärkt.(red/APA/dpa)

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    Das schwere Erdbeben am 27. Februar vor der chilenischen Küste forderte mindestens 350 Menschenleben und richtete Milliardenschäden an. Geophysiker schätzen das Risiko eines weiteren ebenso heftigen Bebens als hoch ein.

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