Welche Durstlöscher ideal sind und welche weniger - Marktanalyse zur Orientierung
Wien - Im Rahmen des "Nationalen Aktionsplans Ernährung (NAP.e)" des Gesundheitsministeriums, welcher am 18. Jänner im Ministerrat präsentiert wurde, will das vorsorgemedizinische Institut Sipcan Konsumenten die Orientierung im Angebotsdschungel erleichtern. Erster großer Schritt sei die in Zusammenarbeit mit dem Ministerium sowie einer Expertenarbeitsgruppe veröffentlichte offizielle Getränkeliste, heißt es in einer Aussendung des Vereins.
Im Zuge einer Marktanalyse von rund 400 Getränken wurden diese auf Grund ihrer Inhaltsstoffe in "ideale Durstlöscher", "akzeptable" sowie "wenig akzeptable Getränke" unterteilt. Diese Praxisleitlinie steht Eltern, Schulen, Gemeinschaftseinrichtungen sowie KonsumentInnen ab sofort unter zur Verfügung.
Expertenempfehlung
Die Getränkeliste umfasst eine Analyse von rund 400 antialkoholischen Getränken in PETGebinden (0,33 bis 0,75 Liter) und wird durch das Angebot an Sportgetränken sowie Energy-Drinks (in Alu-Dosen) ergänzt. Enthält ein Getränk maximal 7,4 Gramm Zucker pro 100 Milliliter und keine Süßstoffe wurde es als akzeptabel eingestuft.
14 Würfelzuckerstücke in einem halben Liter
Mehr als die Hälfte der im Handel angebotenen Getränke sind entweder stark zuckerhaltig oder mit Süßstoffen versetzt. Dabei werden viele Produkte als "erfrischend" oder "leicht" beworben. Mit einem halben Liter Limonade werden bis zu 14 Stück Würfelzucker mitgetrunken.
Kein Koffein für Kinder unter zehn Jahren
Neben dem Zucker- und Süßstoffgehalt wird empfohlen auch auf weitere Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Teein/Koffein, Aromastoffe und künstliche Farbstoffe zu achten. Teein- bzw. koffeinhaltige Getränke wurden von der Expertenkommission für Kinder unter zehn Jahren als ungeeignet eingestuft, da sie zu vorübergehender Aufregung, Reizbarkeit, Nervosität und Impulsivität führen können. Bei einer höheren Dosis können auch Angstzustände, Schlaflosigkeit und Beschwerden des Verdauungstraktes auftreten.
Ideale Durstlöscher
Neben Wasser und Mineralwasser gelten ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sowie gespritzte Fruchtsäfte (ideal 1:3 verdünnt) als ideale Getränke. Speziell für Schulen wird von der Expertenkommission empfohlen, mindestens 80 Prozent des Getränkeangebots aus idealen und akzeptablen Getränken zusammenzusetzen. Dabei sollten Mineralwasser und gespritzte Fruchtsäfte mindestens ein Drittel des Angebots ausmachen. Eine repräsentative Erhebung von SIPCAN zeigt, dass derzeit an einem durchschnittlichen Getränkeautomaten rund 50 Prozent wenig akzeptable Getränke angeboten werden. (red)
Link
Die Getränkeliste steht ab sofort kostenlos unter www.sipcan.at zum
Download zur Verfügung
Expertenarbeitsgruppe
Als eine der Initialmaßnahmen des Nationalen Aktionsplans Ernährung
hat das Gesundheitsministerium bereits Anfang 2010 eine
Expertenarbeitsgruppe mit der Erstellung der Getränkeliste beauftragt.
Die Arbeitsgruppe umfasst neben dem vorsorgemedizinischen Institut
Sipcan Vertreter des
Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), der
Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), des Instituts für
Ernährungswissenschaften der Universität Wien, des Bundesministerium für
Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK), der GIVE-Servicestelle für
Gesundheitsbildung sowie der AKS Gesundheitsvorsorge. Der Verein Sipcan
berät Schulen ebenso wie Gemeinschaftseinrichtungen und Unternehmen
hinsichtlich einer balancierten und gesunden Ausrichtung ihres
Ernährungs- und Getränkeangebotes.