"Sanierungsscheck": Neue Förderaktion präsentiert

  • Private können ab 1. März ihre Förderprojekte einreichen, 
Betriebe ab 28. März. 
(Foto: Rainer Sturm / PIXELIO)
    foto: rainer sturm / pixelio

    Private können ab 1. März ihre Förderprojekte einreichen, Betriebe ab 28. März.

    (Foto: Rainer Sturm / PIXELIO)

Regierung macht jährlich 100 Millionen Euro für thermische Sanierungen locker, 70 Prozent davon sind für Private reserviert

Wien - Umweltminister Nikolaus Berlakovich und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (beide ÖVP) haben am Montag den Startschuss für die Neuauflage der Förderaktion zur thermischen Sanierung für den privaten Wohnbau und für Betriebe gegeben. Heuer und in den kommenden drei Jahren stellt die Regierung für diese Förderoffensive jeweils 100 Mio. Euro bereit. "Wir bauen damit die Zukunft Österreichs, wir modernisieren unser Land, sanieren Gebäude und machen Österreich klimafit", sagte Berlakovich bei der Vorstellung der Förderaktion.

"Es wird eine der besten und attraktivsten Aktionen neu und verbessert mit noch größerer Effizienz aufgelegt", betonte Wirtschaftsminister Mitterlehner. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Wirtschaft und Konjunkturpolitik sei die Förderaktion wichtig: "Wir bewegen mit diesen 100 Millionen 700 Millionen Euro an zusätzlichen Investitionen, wir schaffen damit 10.000 Arbeitsplätze und erreichen etwa 15.000 Haushalte, die Projekte einreichen werden", so der Minister. Die Aktion habe auch regionale Bedeutung, es sei auch eine Aktion in Richtung "Zentrums- und Ortskernbelebung". Voraussichtlich werden durch die Maßnahmen über die Lebensdauer der Investitionen 4 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

70 Millionen für Privathaushalte

Wie von derStandard.at bereits berichtet, werden diesmal 70 Millionen Euro bzw. 70 Prozent der Fördermittel für den privaten Wohnbau zur Verfügung stehen, 30 Mio. Euro für Betriebe. 2009 wurde im Verhältnis 50 zu 50 gestartet.

Private werden ab 1. März ihre Förderprojekte einreichen können, Betriebe ab 28. März. Mitterlehner rechnet damit, dass die gesamte Förderaktion für dieses Jahr bereits im Juni ausgeschöpft sein könnte. Da die Aktion aber über mehrere Jahre laufe, könne sichergestellt werden, dass auch diejenigen bedient werden, die vielleicht dieses Jahr nicht mehr drankommen. Für die folgenden Jahre könnten sich allerdings die Rahmenbedingungen ändern, so die Minister.

Zum ersten Mal wird auch der mehrgeschoßige Wohnbau in die thermische Sanierung miteinbezogen. Das sei keine Förderung der Wohnbaugenossenschaften oder Kommunen, sondern der Eigentümer in einem Mehrparteienwohnhaus, betonte der Wirtschafts- und Energieminister. Bei der Sanierung des gesamten mehrgeschoßigen Wohnbaus sei ein einstimmiger Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich. Wenn ein solcher nicht zustande kommt, können einzelne Wohnungseigentümer bzw. -mieter aber auch Teilsanierungen - wie den Tausch von Fenstern oder Außentüren - gefördert bekommen. "Der Schwerpunkt der Sanierung liegt auf Gesamtsanierung: Wer mehr tut, bekommt auch mehr", so Berlakovich.

Zusätzliches Geld für Heizungen

Für die Umstellung von Heizsystemen auf alternative Energiequellen ist eine zusätzliche Unterstützung vorgesehen. "Wir müssen sukzessive raus aus den fossilen Energieträgern. Es hat keinen Sinn, wenn wir in gas- oder ölbetriebene fossile Heizungsanlagen investieren", sagte Berlakovich. Insofern sei die Aktion auch ein Beitrag zur Energiestrategie. Für die Umstellung des Wärmeerzeugungssystems in Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es 1.500 Euro, in mehrgeschoßigen Wohnbauten 1.000 Euro pro Wohneinheit.

Die Förderung erfolgt in Form eines einmaligen nicht rückzahlbaren Zuschusses in Höhe von maximal 20 Prozent der Sanierungskosten, wobei die Obergrenze bei einer Gesamtsanierung bei 5.000 Euro liegt, bei einer Teilsanierung bei 3.000 Euro. Bei einer Gesamtsanierung muss ein Heizwärmebedarf von maximal 75 kWh pro Quadratmeter und Jahr erreicht werden. Bei Teilsanierungen gelten spezifische Bedingungen. Die Verbesserung der Energieeffizienz ist mittels Energieausweis nachzuweisen, dessen Kosten eingerechnet werden können.

Bausparkassen und KPC wickeln Aktion ab

Umgesetzt wird die Förderaktion wieder über die flächendeckend in allen Regionen vertretenen Bausparkassen, die als Einreichstellen fungieren, und die KPC - Kommunalkredit Public Consulting GmbH, die für die Abwicklung zuständig ist. (APA)

Share if you care
7 Postings
Gute Entscheidung zur Förderung der erneuerbaren Energien

Auf der Seite http://www.propellets.at/cms/cms.p... geName=340 findet sich eine gute Zusammenfassung der neuen Förderung inkl. Infoblatt der Ministerien.

Grundlage für die Thermische Sanierung ist die ÖNorm B8110 "Wärmeschutz im Hochbau".

https://www.astandis.at/shopV5/se... key=286209

Und wie schaut das bei Mehrparteienhäusern im wiener Altbau aus?

Gibt es irgendeine Form von Beratung - am besten eine, die über die Möglichkeiten der thermischen Sanierung direkt vor Ort berät?

Beim Altbau kommen ja noch die teilweise baugeschützten Fassaden dazu - gibt es da Möglichkeiten der thermischen Sanierung? Wir leben bspw. in einem Haus mit Fassadenschutz und sind eine Eigentümergemeinschaft, die weit jenseits von vermögend ist!

Beratung gibt's bei uns ;) !
Auch bei Denkmalgeschützen Gebäuden gibt es Möglichkeiten der Sanierung (z.B. Alles ausser die Fassade).
Ob und mit welchen Maßnahmen man die geforderte Energiekennzahl erreicht, lässt sich aber pauschal so nicht beantworten. Da müssten schon genauere Infos vorliegen. Am besten Sie lassen sich einen Energieausweis für Ihr Gebäude erstellen, und anhand dieses EA's werden dann verschiedene Varianten durchgerechnet.

Herr Wirtschaftsminister!

wann wird endlich das MRG reformiert, denn nur mit einer Anhebung der Mini-Mieten kann eine Sanierung u. Renovierung bei Mietshäusern erfolgen.
Die Wasser-, Kanal- u. Müll-Gebühren werden ja auch angehoben oder bezahlen die Kommunen mehrheitlich die Kosten, die wir verursachen?

Mini-Mieten

http://derstandard.at/129557126... t-zu-Hilfe

Der Mietpreis liegt bei 2,67 Euro je Quadratmeter

glauben Sie wirklich, daß sich Angestellte der ÖNB keine ortsüblichen Mieten leisten können? noch vor wenigen Monaten wurden die Durchschnittsgehälter bekanntgegeben.

wenn jemand wirklich bedüftig ist, dann soll er/sie eine Beihilfe bekommen, aber nicht bei einem mtl. Einkommen von €k 5.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.