Sabotage als Ursache vorerst ausgeschlossen

31. Jänner 2011, 12:43
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Kürzlich 650.000 Euro in Bahn investiert - Bangen um Image

Nach der jüngsten Panne am Kasberg in Oberösterreich, wo am Sonntag 84 Personen aus einer Seilbahn geborgen werden mussten, liefen die Reparaturen am Montag auf Hochtouren. Geschäftsführer Werner Laimgruber rechnet damit, dass der derzeit eingeschränkte Betrieb spätestens bis zum Wochenende wieder voll laufen wird. In dieser Saison seien in die Bahn bereits 650.000 Euro investiert worden, sagte er am Montag. Der Imageschaden und damit verbundene Einnahmenausfälle seien vorerst nicht abschätzbar.

Das Seil der Gruppenumlaufbahn sei noch am Sonntag abgespannt worden, berichtete Laimgruber. Am Montag wurden das Getriebe und die Seilscheibe zerlegt. Das gebrochene Hauptlager an der Antriebswelle wird ausgetauscht. Sollte das Problem damit behoben sein, werde voraussichtlich am Mittwoch der Betrieb wieder aufgenommen, so der Geschäftsführer. Falls noch weitere Reparaturen nötig seien, will man zumindest bis zum Wochenende, wenn die Semesterferien im Osten Österreichs beginnen, fertig sein. Er betonte, dass rund zwei Drittel des Skigebietes derzeit benutzbar seien und die defekte Bahn nur als Verbindung zu den oberen Bereichen diene.

"Sicher kein Wartungsmangel"

Der Zwischenfall vom Wochenende war bereits der dritte innerhalb von zwei Monaten: Mitte Dezember 2010 mussten neun Menschen aus der gleichen Gondelbahn gerettet und am heurigen Dreikönigstag 160 Wintersportler von einem defekten Sessellift geborgen werden. Laimgruber kann sich auf die Pannenserie aber keinen Reim machen: Die Seilbahn sei kürzlich durchgecheckt worden. "Es ist sicher kein Wartungsmangel", betonte er. Das gebrochene Lager sei vor sechs Jahren ausgetauscht worden, die normale Lebensdauer betrage bis zu 15 Jahre. "Ich lasse derzeit durchrechnen, ob die Belastbarkeit grenzwertig kalkuliert worden ist", erklärte Laimgruber.

"Sabotage nicht so leicht zu machen"

An Sabotage will Laimgruber aber auch angesichts der Häufung von Zwischenfällen vorerst nicht glauben: "So ein Lager ist eine geschlossene Einheit, da wäre das gar nicht so leicht zu machen." Auch bei der Polizei geht man derzeit nicht von einem mutwilligen Akt der Zerstörung aus. Der Schaden an der Seilbahn ist laut Geschäftsführer durch eine Versicherung gedeckt, jener am Image sei in Geld aber nicht zu beziffern. Am Kasberg gebe es viele Skifahrer aus der Region. "Aus Gesprächen habe ich den Eindruck, dass sie uns die Treue halten", hofft Laimgruber.

Die Pechsträhne bei den Kasbergbahnen dauert schon länger an: Im Juli 2010 wurde ein gerichtliches Sanierungsverfahren eingeleitet, die Überschuldung soll einige Millionen Euro betragen haben. Erst knapp vor Beginn der Wintersaison pachtete eine Gesellschaft rund um Peter Schröcksnadel und die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich das Gebiet vom Masseverwalter und führte es fort. Der Landtag hat kürzlich eine 600.000-Euro-Haftung für das Areal beschlossen und soll für einen eventuellen Verlust von bis zu 300.000 Euro bürgen. (APA)

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