Art Spiegelman und Wiener Ulli Lust bei Comic-Festival ausgezeichnet

31. Jänner 2011, 11:43

Amerikanischer Autor des Holocaust-Comic "Maus" erhielt in Angouleme den Grand Prix - Lust für ihren Debüt-Band mit dem Prix Revelation geehrt

Angouleme - Der amerikanische Comiczeichner und -autor Art Spiegelman wurdeam Sonntag im Rahmen des 38. Comic-Festival im südfranzösischen Angouleme mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Der 62-Jährige ist der Schöpfer des Holocaust-Comic "Maus", für den er 1992 den Pulitzer-Preis erhielt. Ebenfalls unter den Preisträgern ist die in Berlin lebende Wienerin Ulli Lust. Sie wurde für ihren Debüt-Band "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" mit dem Prix Revelation ausgezeichnet.

Spiegelmann, der sich per Telefon für den Hauptpreis bedankte, gestand, er fühle sich "ein bisschen wie Präsident Obama, als dieser den Friedensnobelpreis erhielt". Der erste Band seines Comics "Maus - Die Geschichte eines Überlebenden" erschien erstmals 1986 und handelt von Spiegelmans Vater, der Auschwitz überlebt hat. Angelehnt an eine Fabel zeigt der schwarz-weiß Comic die jüdische Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs als Mäuse, während die Nazis als Katzen dargestellt werden. Spiegelman lebt derzeit in New York und ist mit der künstlerischen Leiterin der Wochenzeitung "New Yorker", Francoise Mouly, verheiratet.

Ulli Lust, die den Prix Revelation gemeinsam mit Elodie Durand (für "La parenthese") erhielt, erzählt in ihrem Comicdebüt eine autobiografische Geschichte. Auf 464 Seiten geht es um einen Italien-Trip, zu dem zwei minderjährige Punk-Mädchen im Sommer 1984 ohne Geld, Gepäck und Ausweis aufbrechen. Ihre Erlebnisse pendeln dabei zwischen Freiheitsromantik und harter sozialer Realität. Der 2009 im Avant-Verlag erschienene Band wurde im vergangenen Jahr beim Comic-Salon Erlangen mit dem Max und Moritz-Publikumspreis ausgezeichnet.

Der Preis für das beste Album wurde von der Jury unter dem Vorsitz des Grand Prix-Siegers des vergangenen Jahres, Baru, an den Italiener Manuele Fior für dessen "Fünftausend Kilometer in der Sekunde" vergeben. Den Preis der Jury erhielt der Amerikaner David Mazzucchelli für "Asterios Polyp". Mazzucchelli ist auch bekannt für seine Illustrationen der Superhelden Batman und Daredevil. (APA)

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den holocaust als comic? wo sind wir bitte da gelandet?

seron
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zerst lesen, dann meckern.
hat nicht umsonst den pulitzerpreis bekommen.

*lol*lol*
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tausend preise rechtfertigen nicht eine solche geschmacklosigkeit. mäuse und katzen! und welche tiere verkörpern die zig tausend roma und sinti, homosexuellen, kommunisten und sozialisten, zivile polen und ungarn und widerstandkämpfer! es reicht mir langsam, dass auf diese, von den nazis genauso bestialisch ermordeten menschen regelmäßig "vergessen" wird, wenn man vom holocaust spricht. und so ein machwerk kriegt dann auch noch den pulitzerpreis!!!

seron
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entschuldigung, ich habe mich missverständlich ausgedrückt. ich hatte nicht gemeint, dass sie den artikel lesen sollten, sondern das comic. ich habe es gelesen und halte es für eine sehr gute aufarbeitung der persönlichen geschichte des vaters des zeichners/autors. geschichte muss immer durch medien aufgearbeitet und bewahrt bleiben – und ich bin mir sicher, dass diese arbeit beweist, dass es außer film und buch noch andere varianten der erinnerungs-/vermittlungsarbeit gibt und diese versuche auch ihre berechtigung haben.

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