Das Jahr der Kaninchen

30. Jänner 2011, 20:22
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Am Donnerstag wird in weiten Teilen Asiens das Frühlingsfest (oder Neujahr) gefeiert

Am Donnerstag wird in weiten Teilen Asiens das Frühlingsfest (oder Neujahr) gefeiert, was diesmal nicht nur für Hunde - eine begehrte, weil glückverheißende Delikatesse auf chinesischen Neujahrsbanketten -, sondern auch für Kaninchen Unbilden bedeuten dürfte.

Gefeiert wird nämlich das Jahr des Kaninchens, was, so Tierschützer, für die sprichwörtlich fortpflanzungsfreudigen Haustiere unerfreulich ausgehen könnte. Die flauschigen Nager würden nämlich allzu gern als Mitbringsel für die Neujahrsparty gekauft oder paarweise (hi hi) dem Partner als Geschenk verehrt.

In den ersten drei Jännerwochen hätten, so berichten chinesische Medien, die Kaninchenverkäufe in den Tierhandlungen bereits die Zahlen des gesamten Vorjahres übertroffen. Jetzt befürchten Umweltschützer, dass die Freude daran nur allzu kurz währen könnte, dass schmählich ausgesetzte Kaninchen sich paaren und das ohnehin belastete Ökosystem der Region bald einmal ernsthaft gefährden.

Nun würde man meinen, dass dies in China, wo der Kochtopf noch für weit abenteuerlichere Spezies als Kaninchen die natürliche Endstation darstellt, kein Problem sein sollte. Just dort aber wird der Wohlgeschmack der Rammler angeblich kaum geschätzt.

Wenn also in ein paar Monaten plötzlich Kaninchenfleisch aus China auf unseren Märkten auftaucht: Greifen Sie zu - und sei es der Umwelt zuliebe. (Severin Corti, DER STANDARD; Printausgabe, 31.1.2011)

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