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London/Londonderry - Mehrere 1.000 Menschen sind am Sonntag nach 39 Jahren wohl zum letzten Mal im nordirischen Londonderry zusammengekommen, um der Opfer des "Bloody Sunday" von 1972 zu gedenken. Damals hatte das britische Militär 14 unbewaffnete Menschen bei einer Demonstration erschossen. Der seit 1972 jährlich gestartete Protestmarsch habe durch die Klärung der Schuldfrage seine Berechtigung verloren, meinen die Organisatoren. Deshalb wollen sie im nächsten Jahr nicht mehr marschieren.
Der jahrzehntelange Streit um den "Bloody Sunday" drehte sich vor allem um die Frage, wer zuerst geschossen hatte. Erst der im Juni vergangenen Jahres vorgestellte Saville-Report enthüllte, dass nicht - wie zunächst von der britischen Regierung behauptet - die Demonstranten das Feuer eröffneten. Vielmehr hatten die britischen Soldaten zuerst geschossen. Der heutige Premierminister David Cameron entschuldigte sich bei den Familien der Opfer.
Die Ereignisse am 30. Jänner 1972, dem "Bloody Sunday", hatten zu einer Verschärfung und schließlich zur Eskalation des Nordirland-Konfliktes zwischen protestantischen Unionisten und katholischen Republikanern geführt, die für eine Loslösung von Großbritannien und eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland stehen. (APA/dpa)
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