Lauda: Aus "Privatgespräch" mit Wrabetz machte Fellner Interview

30. Jänner 2011, 17:58
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"Österreich" -Chef sagt, Lauda wollte Veröffentlichung

Österreich druckte ein "Interview" mit Niki Lauda, der gegen ein gleichgeschlechtliches Tanzpaar bei Dancing Stars vom Leder zieht. Das Interview hat nie als Interview stattgefunden, erklärt Lauda dem Standard. Herausgeber und Autor Wolfgang Fellner sagt, Lauda gab sein Okay.

Die Situation in Kitzbühel schildern beide noch gleich: Fellner stand mit ORF-Chef Alexander Wrabetz "bei einem privaten Gespräch" (Fellner) zusammen. Lauda kam dazu.

Hier trennen sich die Wahrnehmungen:Lauda berichtet, er habe bei Wrabetz "in einem Privatgespräch" protestiert, dass Alfons Haider im ORF mit einem Mann tanzt. In den Worten, die Fellner als Interview druckte. Fellner habe höchstens nachgefragt, wenn er etwas nicht verstand, aber keine Interviewfragen gestellt.

Fellner indes berichtet:"Niki Lauda kam dazu und forderte mich auf, als Medienmacher endlich öffentlich das ,Thema Haider‘ zu thematisieren. Es folgte ein etwa zehnminütiges Gespräch, das zu zwei Dritteln zwischen Lauda und mir stattfand." Wrabetz "stand weitgehend schweigend dabei. Alle Fragen wurden von mir gestellt. Am Schluss des Gespräches fragte ich Lauda ausdrücklich, ob das Gespräch ,off the records‘ war oder ob ich es als Interview abdrucken kann. Lauda sagte vor mehreren Zeugen, er wünsche sogar ausdrücklich, dass das Gespräch veröffentlicht werde. Er sagte dann wörtlich:,Deine Leute können mich ruhig anrufen, ich sagen ihnen Wort für Wort das Gleiche.‘ Von einem notwendigen Telefonat zwischen mir und Niki Lauda war nie die Rede."

Notwendig fand es offenbar auch Lauda nicht. Lauda berichtet: "Fellner sagte zu mir nach dem Gespräch: ,Toll, was du da gesagt hast, ich ruf dich nächste Woche an und dann können wir ein Interview machen.‘" Lauda sagt, er war "beruhigt" über die Ankündigung und dachte, so könne er sich bis zum Anruf überlegen, ob er das Interview gibt. "Am nächsten Tag habe ich mich gewundert: Mein Privatgespräch mit Herrn Wrabetz war in Interviewform abgedruckt." So erklärte Lauda das auch Ro Raftl für das Montag erscheinende "profil".

Österreich brachte schon ungefragt eine Lauda-Kolumne, die der nicht verfasst hatte. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 31.1.2011)

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    "Gewundert" hat Lauda Interview, das er nicht gab.

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