Ein "schräger" neuer Silberpfeil

30. Jänner 2011, 15:49
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Mercedes zeigt beim MGP W02 neuen Mut - Brawn prophezeit spannende Ideen - Haug: "Kein Schicksalsjahr"

Berlin  - Beim "Silberpfeil" für die kommende Formel-1-Saison setzt Mercedes 2011 auf mehr Mut. "Wir wussten schnell, was am 2010er Auto falsch war und haben all diese Dinge maßgeblich verbessert", wurde Rekordweltmeister Michael Schumacher von der "Bild am Sonntag" zitiert. "Letztes Jahr musste ich einige spannende Vorschläge meiner Ingenieure ablehnen. Beim neuen Auto soll das anders aussehen", kündigte Teamchef Ross Brawn verheißungsvoll an und prophezeite Ideen, die "vielleicht erst mal etwas schräg aussehen".

Die neue Nase des MGP W02 ist höher, so wie der neue Ferrari. Die seitlichen Lufteinlässe sollen extrem gewölbt sein, berichtete die "BamS". Im Inneren des Autos, mit dem der 42-jährige Schumacher und sein rund 17 Jahre jüngerer Teamkollege Nico Rosberg endlich den ersehnten ersten Mercedes-GP-Sieg einfahren wollen, setzt das Team vor allem auf das Energierückgewinnungssystem KERS. "Es wird ein großer Schritt", meinte Brawn.

In der Saison 2009 war dem damaligen Mercedes-Premium-Partner McLaren mit dem Hybridantrieb der Schwaben der erste KERS-Sieg in der Königsklasse gelungen. 2010 wurde das System, bei dem beim Bremsen Energie gewonnen wird, die dann auf Knopfdruck wieder entladen werden kann, aus den Rennwagen verbannt.

Am kommenden Dienstag soll der neue Silberpfeil ohne großes Ballyhoo der Öffentlichkeit eigentlich erst vorgestellt werden, ein paar Minuten nach dem neuen Red-Bull-Auto (RB7) von Weltmeister Sebastian Vettel. Am 13. März beginnt die neue Saison mit dem Großen Preis von Bahrain. Es wird Schumachers zweites Jahr in seiner zweiten Formel-1- Karriere. Und es soll erfolgreicher werden als das erste.

Titel ist der Anspruch

"Ein siebenmaliger Weltmeister tritt an, weil er den Titel holen will", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in einem Interview der "Welt am Sonntag" über den 42 Jahre alten Rekordchampion. Dessen 91 Grand-Prix-Siege warten auf eine Fortsetzung.

2010 reichte es mit dem Auto aber nicht mal fürs Podest. Mit dem damaligen Silberpfeil, dessen matte Lackierung manchem im Nachhinein wie ein schlechtes Omen vorgekommen sein muss, kam Schumacher einfach nicht auf Touren. Und mit ihm auch Mercedes nicht. Von einem Schicksalsjahr 2011 will Haug nun aber nichts wissen: "Nein, wir werden langfristig dabei bleiben."

Damit im Kampf um den Titel beim Drei-Jahres-Projekt Schumacher/Mercedes womöglich nicht doch alles erst auf 2012 hinausläuft, fährt der deutsche Autobauer in der Vorbereitung quasi zweigleisig. Bei den dreitägigen Tests von Dienstag an in Valencia sowie anschließend in Jerez soll ein "Vanille-Eis-Mercedes pur" (Brawn) zum Einsatz kommen.

In Barcelona und zum Testfinale in Bahrain wird das zweite Auto mit weiteren Neuerungen erprobt. Öffentlich ist meist die Rede davon, dass man einige Male aus eigener Kraft um Siege mitfahren wolle oder der Sprung von Platz vier nach ganz oben einfach Zeit brauche. Etwas anders hört sich Schumachers Kollege Nico Rosberg an: "Diese Saison ist extrem wichtig für uns", sagte der 25 Jahre alte Deutsche in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". (APA)

  • So soll er aussehen, der neue MGP W02.
    foto: mercedes gp

    So soll er aussehen, der neue MGP W02.

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