2011

Das Meisterstück der dritten Kraft

30. Jänner 2011, 17:57
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    foto: epa/barbara walton

    Novak Djokovic feiert seinen zweiten Erfolg bei den Australian Open.

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    foto: ap/donegan

    Djokovic lief schneller und spielte besser als all seine Gegner. Nach 2:38 Stunden ging auch Andy Murray die Luft aus

Djokovic fertigte Murray ab und kann ein großes Problem für die Platz­hirsche Nadal und Federer werden - Denn der Serbe weiß, was er tut

Melbourne - Nach dem Matchball zu seinem ersten Titelgewinn bei den Australian Open gegen Jo-Wilfried Tsonga hatte sich Novak Djokovic 2008 in der Rod-Laver-Arena noch rücklings auf den Boden geworfen. Drei Jahre später riss er nach dem 6:4, 6:2, 6:3 über Andy Murray lediglich die Arme in die Höhe. "Damals war ich ein 20-Jähriger, der auf alles draufgehauen hat und viel Glück hatte" , sagte Djokovic. "Inzwischen ist der Erfolg hart erarbeitet. Ich weiß, was ich tue."

Der Serbe hat sich als dritte Kraft im Welttennis fest etabliert, er gewann in Melbourne alle sieben Matches ohne Satzverlust. Vorne standen und stehen Rafael Nadal und Roger Federer. Auch am Montag wird Djokovic noch als Nummer drei im ATP-Computer erscheinen. Tatsächlich ist er zur Zeit der beste Spieler. Federer hat er im Halbfinale in drei Sätzen gedemütigt, Nadal ist körperlich angeschlagen. 21 der vergangenen 24 Grand-Slam-Turniere haben entweder Nadal oder Federer gewonnen, einmal war Juan Martin Del Potro erfolgreich, zum zweiten Mal jetzt Djokovic. Der Kronprinz greift an. "Ich bin jetzt ein viel besserer Spieler als vor drei Jahren" , sagte Djokovic, "ich bin schneller, stärker, erfahrener."

Und Murray? Der Brite musste erneut eine schwere Schlappe hinnehmen. Zum dritten Mal stand der 23-Jährige im Finale eines Grand-Slam-Turniers und wieder schaffte er nicht einen Satz. Immer wieder wird er konfrontiert mit dem Namen Fred Perry und dem Jahr 1936 - US Open, der letzte britische Champion. Natürlich hat Murray da Druck, auch wenn er es abstreitet. Seine Performance gegen Djokovic lässt aber keinen anderen Schluss zu. Nur rund 50 Prozent erste Aufschläge, 47 Fehler, das ist nicht gut genug. "Ich muss mich weiter verbessern" , gab Murray zu.

Von Djokovic gab es Trost. Er nahm seinen langjährigen Freund am Netz herzlich in den Arm. Beide kennen sich schließlich, seit sie mit zwölf Jahren auf Jugendturnieren gegeneinander spielten. Er ist deshalb auch überzeugt, dass der Schotte irgendwann einen großen Titel gewinnen wird: "Er hat das Talent."

Djokovic erinnerte in seiner Siegesrede an die australischen Flutopfer, grüßte seine Landsleute, die ihm auch den Sieg im Daviscup zu verdanken haben, ließ Fotos mit Ballkindern zu, schaute sich den Scheck über 1,6 Millionen Euro an. "Ich habe Dinge in meinem Kopf verändert und habe vor, noch viele Titel zu gewinnen."

Vielieicht sogar mehr als Kim Clijsters. Die Belgierin schlug am Samstag die Chinesin Li Na, 3.6, 6.3, 6:3 und hat bewiesen, dass sich nicht nur die US-Open (dreimal!) gewinnen kann. Die 27-Jährige ist im Sommer 2009 nach einer zweijährigen Babypause zurückgekehrt. Tochter Jade Ellie, knapp drei Jahre alt, sei ein Grund für die Erfolge in der zweiten Karriere. "Ohne sie habe ich oft die Nerven weggeschmissen." Den Schläger schmeißt Clijsters nach Olympia 2012 weg. (red, DER STANDARD Printausgabe, 31.1.2011)

Kommentar posten
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5th of november
12
12.2.2011, 13:40

Djoko ist eigentlich meist ein ganz netter Kerl. Sein Pech ist, dass er als Serbe geboren wurde. Damit gewinnt man eher keine Sympathien. Vor allem nicht in Westeuropa, wo so ziemlich jedermann einschlägige Erfahrungen sammeln durfte mit den netten Nachbarn aus dem Balkan, die jede Kultur um das Quäntchen Aggression, Gewalt und Kriminalität vorzüglich zu bereichern wissen, das uns sonst schmerzlich fehlen würde.

Hahahaha!
26
31.1.2011, 14:03

Ich kenne einige serben. Seltsamerweise ist keiner von diesen ein nationalist. Im gegenteil: sind gebildeter,liberaler u sozialer wie viele österreicher. aber ich weiß schon: der neid ...
Super djoker!

Drago+
15
31.1.2011, 06:50
Geh' bittschön, macht aus dem Tennis keinen Prolo-Sport ;)

Djokovic hat gewonnen, schön, er hat es auch verdient, einige Sätze hat er wirklich exzellent gespielt, und als serbischstämmiger freue ich mich natürlich. Aber das Leben geht weiter, und ja.. Des Weiteren bleiben Federer und Nadal weiterhin Champs, auch wenn sie diesmal eine mehr schwache Leistung gezeigt haben. Diejenigen, die es so weit gebracht haben, werden nicht so schnell untergehen; als Beispiel dafür kann uns in diesem Moment gerade der "ewige Dritte" Djokovic dienen. Hier muss sich also Djokovic beweisen, ob er seine gegenwärtige Leistung halten kann. Um Federer oder Nadal mache ich mir dagegen keine großen Sorgen, die kommen wieder..

p c2
00
31.1.2011, 14:57
Geh' bittschön, macht aus dem Tennis keinen Prolo-Sport

wer tut das?

TexasTomBoe
56
31.1.2011, 02:06

und wenn ich noch einmal lese wegen nationalismus usw...
bei baghdadis sind 200k griechen im rücken und keiner sagt was.... keiner macht das maul auf... kaum gewinnt ein serbe melden sich alle die mal im park schlechter geschielt haben also guade park kicka...ihr idios die alle glauben was besses zu sein und dann ein Ö-Wappen auf eurer Bomber zu haben.... Das nennt man noch FREUDE ZUM SPORT!!! Bei uns nennt mann das ohh... ein turnier... aber meine frau schlagt mich!... SChei## drauf ich hab gespielt mit vielen jugos kroaten und serben und auch bosniern.... es war immer lustig und kein problem... da gibts andere leute die net wissen was sache is aber sicher nicht srbjia

5th of november
00
12.2.2011, 13:28
ganz ruhig, kriegst ja gleich deine medizin

der_Troubadour
011
31.1.2011, 06:29

ihr posting hat gut angefangen, endete aber leider in einem desaster =]

sw2011
02
31.1.2011, 02:16

Ähhh...?

Nicator
11
31.1.2011, 01:27
Djokovic-Murray;Aussagen

Zwei coole Persönlichkeiten. Djokovic hat heute verdient gewonnen.
Aussagen über Federer und Nadal im Bereich Tennis zu treffen und Vergleiche und Prognosen zu stellen sollte man dann aber doch bitte den beiden selbst überlassen. Sie sind die wahren Champions des Sports und man kann es nicht oft genug sagen. Also bitte, es war eine großartige Leistung von Djokovic und der Finaleinzug von Murray war auch beachtlich doch jetzt gehts weiter auf zum nächsten Grand Slam Turnier.

toni soprano
01
31.1.2011, 00:30

wenn man die meinungen von einigen "experten" liest, so könnte der unterschied zwischen den einschätzungen nach dem world tour finale in london und dem gerade zuende gegangenen GS grösser kaum sein.

Roland Garros
00
31.1.2011, 09:47

für federer u nadal gelten eben andere maßstäben - nämlich jenen, die sie selber setzten.

gewinnen sie mal ein turnier nicht oder gibt's eine unterwartete niederlage, sind sie für manche "experten" sofort am absteigenden ast.

die beiden haben's schon oft widerlegt und sie werden's wieder tun.

die spieler, die federer bei einem major - egal welcher belag - wirklich stoppen können, ist nach wie vor sehr überschaubar!

Polk Salad1
00
Andere Maßstäbe

Man kann Federer in dieser Hinsicht als "Opfer" jener einzigartigen Maßstäbe sehen, die er selbst aufgestellt hat. Wenn jemand wie er in den letzten acht Jahren im Durchschnitt jedes Jahr zwei Majors gewinnt (plus mehrere Finalteilnahmen), dann ist es tatsächlich nicht weit hergeholt, in Anbetracht seines Abschneidens bei den letzten vier GS-Turnieren von einer absteigenden Tendenz zu sprechen.

5th of november
00
12.2.2011, 13:30

Er ist ja auch schon 29 Jahre alt. Mal schauen, wieviele der Murrays, Djokos und Nadals mit 29 Jahren überhaupt noch dabei sind, geschweige denn um Majorsiege mitstreiten.

homesweethome
00
31.1.2011, 00:23

Hab das Finale gesehen, war leider ein bisschen eine einseitige Angelegenheit, hätt mir mehr erwartet. Djokovic scheint auf einem guten Weg nach oben zu sein...Nadal schwächelt seit einem Jahr immer wieder mal wegen Verletzungen und ein Roger Federer wird auch nicht mehr jünger.

Kronprinz Djoko scharrt schon in den Startlöchern...

dr. supergscheit
00
31.1.2011, 19:50

naja...nadal schwächelt seit einem jahr...ist aber wirklich nur auf den körper zu beziehen, der mann hat letztes jahr zwischen april und september fast alles gewonnen...

ich glaub, schwächeln kann man das nicht nennen, nur weil er sich jetzt schon wieder wehgetan hat...

und federer schaffts irgendwie nicht mehr, bei den grand slams den sack zu zu machen, wie bei den us open. dieses mal hat aber viel gefehlt, um djoko zu besiegen, da war er auch vom sack zumachen weit weg, hat aber gar nicht mal so schlecht gespielt...

ich glaub nicht, dass die 2 vorne schon abgelöst werden, aber ich kann mir vorstellen, dass djokovic u. vielleicht auch murray eher aufschließen können und öfter um den titel mitmischen

asdf 1234
00
31.1.2011, 11:30
Naja,

jünger werden wir alle nicht:-))

Oder verhält sich das bei Ihnen anders?.-))

King Nikochan
11
31.1.2011, 11:10

Murray's Problem liegt im Kopf - die Britischen Medien sind daran nicht ganz unschuldig, der Erwartungsdruck auf der Insel ist absurd, ähnlich wie bei jeder Fussball WM.

Dass er gerade im Finale seine Normalleistung nicht abrufen kann ist wirklich schade. Murray ist mein Lieblingsnachfolger für Federer. Das Talent hat er dazu aber leider muss er irgendwoher noch eiserne Nerven bekommen.

Djokovic ist ein Wahnsinnstalent, wenn man dem zusieht wie er läuft und schlägt ist das offensichtlich - und ab und an kriegt er auch seinen Kopf unter Kontrolle und dann gewinnt er einen GS. Trotzdem nervt er mich als Person, kann nicht wirklich zu ihm halten - ist halt so.

marius sulla
00
31.1.2011, 00:07

Es steht leider wie so oft so mancher Unsinn in einem Tennis-Artikel, sowohl was Fakten als auch was Bewertungen betrifft. "........er gewann in Melbourne alle sieben Matches ohne Satzverlust. " Djokovic hat die AO nicht ohne Satzverlust gewonne. Bitte einmal die Ergebnisse genau studieren. Zu meinen, er sei derzeit der beste Spieler, wegen einem gewonnen Turnier, auch wenn es ein Grand Slam ist, ist ebenfalls völlig verfehlt. Die Weltrangliste lügt nicht. Djokovic ist der drittbeste Spieler und nicht mehr (oder weniger).

Makro 24/7
00
30.1.2011, 23:31

Die großen Probleme für Federer (und Nadal) wurden ja schon zu Beginn 2008 groß hinausposaunt.

Mal sehen ob er es diesmal schafft.

Sindjelic
12
30.1.2011, 23:18
Nole- einfach klasse!!

Djokovic macht sich auf einen wirklichen Dreikampf um die Tenniskrone 2011 zu eröffnen!
Souverän ja nahezu sensationell perfekt das Spiel gegen Federer,wie überhaupt der gesamte Auftritt in Australien.
Ihn jetzt hier als Nationalisten zu bezichtigen ist geradezu lächerlich und verunglimpft ein Land und seine sehr erfolgreichen Sportler,wie eben auch Djokovic.
Die "serbischen Dreifinger-Grüße" als etwas nationalistisches zu bezeichnen ist sehr weit hergeholt, ist es doch prinzipiell nichts anderes als ein serbisches Victory und Grußzeichen und ein Bekenntnis zum orthodoxen Glauben.
Letztendlich zählt nur die wirklich herausragende Leistung von Djokovic!
Serbien ist im Tennissport eine absolute Größe geworden.Gratulation i srecno Nole!!

5th of november
00
12.2.2011, 13:33

Aha, "Wictory"... Jetzt weiss ich auch, warum im Office Word immer so eine komische rote Wellenlinie auftaucht, wenn ich "Victory" schreibe. Ich muss noch an bisschen an meinem Englisch feilschen. Danke für die Aufklärung, Mister Englischgenie.

azgio
03
31.1.2011, 11:58
Nationalismus/Patriotismus

Schau, ich finde deine Argumentation durchaus schlüssig. Und ich verstehe auch, dass ein Land, dem es rein ökonomisch nicht gut geht - und Serbien ist im Vergleich zum Westen ein armes Land -, an SportlerInnen anhängt, um das Selbstwertgefühl zu steigern.

Aber ich bleib dabei: Selten gibt's anderswo in Europa so nen ausgeprägten Nationalismus/Patriotismus wie in den Ländern des Ehemaligen, und das äußert sich vor allem auch im Sport. Das fängt damit an, dass in Kroatien sogar bei Hochzeiten mit Fahnen gewachelt wird (vermutlich in Serbien auch), und geht so weit, dass man aus politisch-ideologischen Gründen die gleiche Sprache plötzlich als 3 oder sogar 4 voneinander getrennte Idiome betrachtet.

King Nikochan
12
31.1.2011, 11:14

Warum bezichtigen? Bin mir ziemlich sicher dass er Nationalist ist oder hat er das jemals abgestritten?

Seine Gebärden am Feld sind nunmal für Leute die nicht grad aus Serbien kommen eher abstossend. Da müssen sich nicht alle anderen Weltweit ändern, sondern er.

Sein Spiel ist ohne Frage erstklassig, aber das kann man ja getrennt vom anderen sehen.

simson simon
20
31.1.2011, 16:35
Man du hast ein Problem

Djokovic ist ein Weltklasse Tennisprofi ,ihm als Nationalist zu bezeichnen ist total Falsch.
Nicht mall Kroatische Medien bezeichnen Djokovic als Nationalist .Er ist stolz auf seine Land und seine Leistungen wie jeder andere Spitzensportler, das wegen glaube ich das dein Problem eigentlich Neid ist.

sapko30
21
30.1.2011, 22:22

aussage war eh nicht nationalistisch aber algemein die serben sind nat. Sobald kamera auf denen zeigt kommen 3 finger automatisch verstehe ich nicht die zeiten sind vorbei

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