Kroatisches Doppel, für ÖSV nichts zu holen

30. Jänner 2011, 16:52
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Ivica Kostelic gewinnt in Chamonix nach Husarenritt im Slalom vor Zrncic-Dim und sichert sich den Disziplinen-Weltcup, Schörghofer als bester Österreicher 16.

Chamonix - Ivica Kostelic hat am Sonntag die Weltcup-Superkombination in Chamonix gewonnen und sich damit auch bereits die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Weltcup-Wertung in der Kombination gesichert. Der Weltcup-Spitzenreiter setzte sich nach Abfahrt und Slalom vor seinem Landsmann Natko Zrncic-Dim (+0,51 Sek.) sowie dem Norweger Aksel Lund Svindal (0,53) durch. Kostelic machte dabei im Torlauf zweieinhalb Sekunden gut, nachdem er in der Abfahrt nur auf Platz  24 gekommen war.

Die Österreicher enttäuschten  in Abwesenheit von Benjamin Raich, als bester ÖSV-Starter landete Philipp Schörghofer auf dem 16. Platz. Joachim Puchner, nach der Abfahrt noch Vierter, fiel im Slalom unmittelbar vor Björn Sieber (20.) und Max Franz (21.) auf den 19. Rang zurück. Daneben holte nur noch Hannes Reichelt als 30. einen Weltcup-Punkt. Im Gesamtweltcup führt Kostelic nun schon 475 Zähler vor dem zweitplatzierten Schweizer Silvan Zurbriggen. Der designierte Gesamtsieger hat in den Jänner-Rennen bereits siebenmal gewinnen können und dabei nicht weniger als 999 Punkte gesammelt. Zum Jahreswechsel er mit 179 Punkten Elfter in der Gesamtwertung gewesen. Kostelic hält nun bei 18. Weltcup-Erfolgen, davon schaffte er fünf in der Kombination.

Er hatte sich auf der 3.370 m langen Abfahrt ordentlichen Rückstand auf den Schnellsten, den  Schweizer Beat Feuz (am Ende Zehnter), eingehandelt. Doch mit Slalom-Bestzeit katapultierte sich der Kroate noch an die Spitze des Klassements. Im Ziel ließ er seiner Freude freien Lauf und feierte den ersten kroatischen Doppelerfolg im Weltcup mit einem Rückwärtssalto.

So ein Tag...

"Mein bester Freund ist heute Zweiter geworden, das ist einer der schönsten Tage in meinem Leben", sagte Kostelic. Der Erfolg im Kombinations-Weltcup bedeutet ihm viel: "Seit es sie gibt, wollte ich diese Kugel immer haben." Sie werden seit der Saison 2006/07 vergeben. Zrncic-Dim, Schützling des ehemaligen ÖSV-Trainers Walter Hubmann, erreichte damit die beste Weltcup-Platzierung seiner Karriere. Es war aber bereits das dritte Mal, dass die beiden Kroaten zusammen auf dem Weltcup-Podest standen: 2008 in Val d'Isere und 2009 in Kitzbühel war Kostelic vor seinem 24-jährigen Landsmann jeweils Kombinations-Zweiter geworden.

Österreichs WM-Hoffnung Romed Baumann, zuletzt Dritter in der klassischen Kombination in Kitzbühel, schied nach Platz sieben in der Abfahrt im Torlauf aus. "In der Vertikal-Kombination bin ich beim langen Schwung auf der Kante hängengeblieben, das kann im Slalom passieren", beschrieb der Tiroler seinen Ausfall nüchtern.

Puchner, am Vortag überraschend Vierter in der Spezial-Abfahrt, ärgerte sich dagegen sehr über seine schlechte Torlauf-Leistung. "Ich sage jetzt besser nicht, was ich mir denke. Ich hatte eine super Ausgangsposition und bin jetzt sehr enttäuscht. Ich habe den Rhythmus überhaupt nicht gefunden. Ich muss einfach mehr Slalom trainieren. Die Abfahrtsleistung hat dieses Wochenende ganz gut gepasst." (red/APA)

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    Stand vor Freude Kopf: Ivica Kostelic.

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