Tausende protestieren gegen Regierung

29. Jänner 2011, 20:24
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Demonstranten fordern radikalen Wechsel in politischer Führung

Algier - Tausende Menschen haben am Samstag in der algerischen Küstenstadt Bejaia in der Kabylei gegen die Regierung des nordafrikanischen Landes protestiert. Nach Angaben der oppositionellen "Sammlungsbewegung für Kultur und Demokratie" (RCD) beteiligten sich rund 10.000 Demonstranten an der friedlichen Kundgebung etwa 250 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier, die von einem großen Polizeiaufgebot begleitet wurde. Demnach forderten die Teilnehmer einen "radikalen Wechsel" in der politischen Führung Algeriens.

Die RCD hatte zuletzt vor einer Woche einen Protestmarsch in Algier organisiert, der auf Grundlage der seit dem Jahr 1992 gültigen Notstandsgesetze zunächst verboten und später gewaltsam aufgelöst wurde. Dabei wurden Dutzende Menschen verletzt. Die Oppositionspartei rief daraufhin für den 12. Februar zu einer weiteren Kundgebung in der Hauptstadt auf. Anfang des Monats waren bei Unruhen in Algerien mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung von Präsident Abdelaziz Bouteflika kündigte daraufhin vorübergehende Preisnachlässe für Speiseöl und Rohrzucker an.

Um einen Erdrutschsieg der Islamischen Heilsfront (FIS) bei den ersten pluralistischen Wahlen Ende 1991 zu verhindern, hatte das algerische Militär den Urnengang abgebrochen, den Ausnahmezustand verhängt und die islamistische Partei verboten. Dies führte zu einem mehrjährigen Bürgerkrieg mit schätzungsweise 200.000 Toten. (APA/AFP)

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