Dortmund zeigte keine Schwäche, Bremen schon

30. Jänner 2011, 13:12
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Spitzenreiter in Wolfsburg abge­klärt - Bremen nach Führung ge­gen Bayern am Boden - Hoffenheim schlägt Schalke - Mainz siegt bei Lautern

Wolfsburg  - Der deutsche Fußball-Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund lässt sich von der Konkurrenz nicht unter Druck setzen und zeigt keine Schwäche. Mit dem 3:0 beim VfL Wolfsburg feierte der BVB am Samstag den zehnten Sieg im elften Auswärtsspiel und baute den Vorsprung auf den bereits am Freitag siegreichen Verfolger Bayer Leverkusen nach der 20. Runde wieder auf beruhigende elf Punkte aus.

Der FC Bayern München setzte seine Aufholjagd mit dem 3:1 bei Werder Bremen fort und kletterte erstmals in dieser Saison auf Rang drei. Eine Enttäuschung gab es für Schalke 04 mit einem 0:1 gegen 1899 Hoffenheim. Im Abstiegsduell gewann der FC St. Pauli gegen den 1. FC Köln mit 3:0 und verließ den Relegationsplatz. Der Hamburger SV kassierte mit 0:2 beim 1. FC Nürnberg die erste Niederlage nach der Winterpause.

Alter Abstand

19 Stunden nach dem 2:0 der Leverkusener gegen Hannover 96 stellten die Dortmunder den alten Abstand in der Tabelle wieder her. Nach dem Blitzstart durch Lucas Barrios (2.) zeigte das Team von Jürgen Klopp eine abgeklärte Vorstellung und stellte schon vor der Pause durch Nuri Sahin (40.) die Weichen auf Sieg. Der dritte Treffer von Mats Hummels (71.) war Ausdruck der klaren Überlegenheit des Tabellenersten auch nach der Pause.

Für die Bayern ist die Tabellenspitze nach dem verdienten Erfolg in Bremen weiter 14 Punkte entfernt. Zur tragischen Figur im Weserstadion wurde Werders Teamverteidiger Per Mertesacker, der dem Cup-Halbfinalisten mit einem Eigentor in der 75. Minute zum 2:1 verhalf. Zwei Minuten nach der Pause hatte Mertesacker die im Abstiegskampf steckenden Bremer 1:0 in Front geschossen. Mit seinem zweiten Saisontor traf Arjen Robben (65.) zum Ausgleich. Miroslav Klose (86.) machte kurz vor Schluss alles klar.

Mit der Roten Karte für Torhüter Tim Wiese musste Werder einen weiteren Nackenschlag verkraften. Der nach seiner Sperre wieder in die Start-Elf zurückgekehrte Sebastian Prödl zeigte in der Innenverteidigung eine solide Vorstellung, Marko Arnautovic fehlte bei den Hanseaten verletzungsbedingt.

Schalke kommt nicht vom Fleck

Beim FC Schalke 04 ist der zaghafte Aufwärtstrend schon wieder vorbei. Vier Tage nach dem umjubelten Einzug ins Cup-Halbfinale unterlagen die "Königsblauen" 1899 Hoffenheim mit 0:1 und verpassten den Sprung in die obere Tabellenhälfte. Isaac Vorsah traf bereits in der 4. Minute für die Kraichgauer, die ihre schwarze Serie von sechs sieglosen Spielen beendeten. Jubeln durften auch David Alaba und Andreas Ibertsberger, die bei den Siegern durchspielten.

Nürnberg fuhr mit dem letzten Aufgebot den siebenten Saisonsieg ein. Der Belgier Timmy Simons (59./Elfmeter) und Almog Cohen (70.) trafen für den "Club", bei dem Rubin Okotie überraschend nicht im Kader stand. 

Ein Highlight für Ivanschitz

Im Abendspiel hat der FSV Mainz 05 seine Negativserie gestoppt. Mit dem 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern feierte das Team von Thomas Tuchel am Samstagabend seinen ersten Sieg im Frühjahr und schob sich auf den vierten Tabellenplatz. Freuen durfte sich neben Christian Fuchs, der wie gewohnt durchspielte, auch Andreas Ivanschitz. Der Burgenländer stand zum erst zweiten Mal in dieser Saison in der Mainzer Start-Elf.

"Wir wollten unbedingt zeigen, was die Ösi-Flanke kann", meinte Christian Fuchs nach der Partie. „Ich habe mich vom Anpfiff an sehr wohl gefühlt. Andi und ich haben gut harmoniert. Es hat Spaß gemacht, mit ihm zu spielen", gönnt Fuchs dem Kollegen mehr Einsätze, „ich glaube, dass drei Viertel unserer Offensivaktionen über die linke Seite gelaufen sind. Ich freue mich für ihn."

Ivanschitz selbst war mit seiner Leistung ebenfalls zufrieden: "Ich hatte viele Ballkontakte und spürte auch das Vertrauen der Kollegen, die mich oft gesucht haben. Das gibt mir Sicherheit und neues Selbstvertrauen." Zuletzt hatte er in der 16. Runde gegen Schalke 04 von Beginn an gespielt und danach schlechte Noten erhalten. Nach dem Auftritt in Kaiserlautern darf er aber auch in der kommenden Runde gegen Werder Bremen mit einem Einsatz spekulieren. "Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich über mehrere Spiele meine Chance bekomme. Es ist nicht einfach, wenn du eingewechselt wirst und sofort deine beste Leistung abrufen sollst", erklärte Ivanschitz.

Alles in allem war das Derby kein attraktives Spiel. Das Geschehen war vor allem in der ersten Hälfte von vielen Fouls und Fehlpässen geprägt. In der 23. Minute ging Mainz durch Lewis Holtby in Führung: Christian Fuchs leitete die Aktion mit einem Zuspiel auf Holtby ein, der wiederum Andi Ivanschitz einsetzte. „Andi hat das dann großartig gemacht und gezeigt, was er kann. Mit seinem Pass in den Rücken der Abwehr hat er Lewis den Ball ideal aufgelegt."

Erwin Hoffer trat bei seinem bis zur 69. Minute dauernden Einsatz für die Lauterer hingegen wenig in Erscheinung. Der Aufsteiger mühte sich nach Kräften. Gute Ansätze verpufften aber immer wieder durch ungenügende Passgenauigkeit. Echte Torgefahr konnten die "Roten Teufel" nicht heraufbeschwören. Kaiserslautern bliebt damit auch im dritten Spiel nach der Winterpause ohne den erhofften Dreier und ist weiter nur drei Zähler von der Abstiegszone entfernt. (red/APA/dpa)

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