"Angry Birds" soll nächstes "Super Mario" werden

29. Jänner 2011, 13:28
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Rovios Superhit wurde gut geplant und soll zum Franchise ausgebaut werden

Im Dezember 2009 gestartet, hat sich das Rätselspiel "Angry Birds" in kürzester Zeit zum Massenphänomen entwickelt. 75 Millionen Mal wurde das vom finnischen Studio Rovio entwickelte Werk für iPhone, Ipad, Android, PSP und PlayStation 3 bereits gekauft oder kostenlos (werbefinanziert) heruntergeladen. Es vergeht kein Tag, an dem die verärgerten Vögel nicht in irgendeiner Meldung im Internet kursieren, sogar Talkshows im Fernsehen kommen nicht umhin, Referenzwitze zu machen. Doch was für Außenstehende als simples Handyspiel wahrgenommen wird, war den Schöpfern nach ein gut geplanter Schachzug – ein erster Schritt zu einem ganzen Franchise. Und die Messlatte liegt hoch: "Angry Birds" soll das nächste "Super Mario" werden, wie Wired berichtet.

Gut geplant

Der "Andry Birds"-Erfolg kam laut Rovio nicht unerwartet. Während Smartphone-Apps zuhauf von Hobby-Entwicklern auf den Markt geworfen werden und in der Masse auch schon bald wieder untergehen, hat das finnische Unternehmen wenig dem Zufall überlassen. Für das 40-köpfige Team war es bereits das 52. Spiel. Für ihren bislang größten Hit setzten sie gezielt auf ein leicht verständliches, aber schwer zu meisterndes physikbasiertes Spielprinzip. Gemischt mit witzigen Charakteren und einer liebevollen Aufmachung war es von Anfang an für eine sehr breite Zielgruppe ausgelegt. 12 Entwickler arbeiteten und perfektionierten das Spiel 8 Monate lang, über soziale Netzwerke wie Facebook wurde virales Marketing betrieben und bis heute bemüht man sich, mit der Community in Kontakt zu bleiben und veröffentlicht regelmäßig Updates, um die Vögel im Gespräch bleiben zu lassen.

Franchise-Pläne

"Angry Birds" soll dabei wie gesagt nur der Anfang sein. So bietet der Hersteller online Merchandise-Produkte an. Im März erscheint mit "Angry Birds: Rio" der zweite Teil, im April veröffentlichen die "Ice Age"-Macher basierend darauf den Kinofilm "Rio". Um die hoch gesteckten Ziele zu erreichen, will Rovio sein Team bis Ende des Jahres auf 100 Mann ausbauen.

Zeichen der Zeit

Dass man "Angry Birds" eines Tages tatsächlich mit Nintendos 28-Jahre alter Kultmarke "Super Mario" vergleichen kann, mag übertrieben klingen. Nicht übersehen werden sollte, dass "Super Mario" in seinen unzähligen Iterationen als Vollpreisspiel verkauft wurde – ein Milliarden schweres Franchise – während Rovio sein Hit-Game kostenlos oder für unter einen Euro anbietet.

Dennoch steht "Angry Birds" für eine neue Kategorie der Videospielunterhaltung, die die von Apple 2008 ins Leben gerufene App-Kultur anführt. Unterhaltung, die günstig und über das Handy leicht verfügbar ist und zu jeder Zeit genossen werden kann – ob in der Straßenbahn oder noch einmal schnell vor dem Einschlafen. (zw)

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Wired

  • Artikelbild
    foto: rovio
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