Garmz: Österreichisches Online-Startup hilft Jung-Designern

29. Jänner 2011, 11:11
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Das österreichische Start-up Garmz präsentiert, produziert und vermarktet Entwürfe von Modedesignern

Es ist nicht einfach, die nächste Vivianne Westwood oder der nächste Tom Ford zu werden. Aber ein heimisches Start-up macht es jungen Modeschöpferinnen und Modeschöpfern leichter, für ihre Entwürfe Produzenten, Vermarkter und Vertriebe zu finden: Garmz erledigt all das für Designer ohne eigene Firma, so wie ein Indie-Label Musikgruppen herausbringt.

Voting

Das Grundprinzip ähnelt den derzeit beliebten Votingshows: Designer schicken ihre Entwürfe ein, die Garmz ohne weitere Vorauswahl auf seine Website stellt. Dort stehen sie in Konkurrenz mit anderen Entwürfen, etwas Klappern gehört zum Handwerk: Über Social Media wie Facebook und Twitter müssen die jungen Modeschöpfer genug Wind machen, um im Publikumsvoting zu gewinnen.

"Bottom-up-Bewegung"

"Seitdem es große Ketten wie H&M und Zara gibt, hat es kein innovatives Geschäftsmodell in der Modeindustrie gegeben. Wir sind dagegen eine Bottom-up-Bewegung, wir ermöglichen es, klein anzufangen und groß rauszukommen", beschreibt Tamás Locher, einer der drei Kogründer von Garmz, im Gespräch mit dem Standard bei der Innovationskonferenz DLD des Burda-Verlags. "Wir sind eine Plattform, wo sich junge Designer mit ihrer Fanbase verbinden können und die für erfolgreiche Designs die komplette Produktion und den Vertrieb übernimmt", sagt Locher. Setzt sich ein Entwurf im Voting durch, übernimmt Garmz zusammen mit dem Designer das Prototyping und besorgt Stoffwahl und Stoffeinkauf, Produktion (in Bulgarien) und Verkauf per Webshop.

Geld müssen die Modeschöpfer keines aufbringen, Erträge werden geteilt. Über genaue Zahlen lässt sich Locher nicht aus, nur so viel: Derzeit ist die vom britischen Start-up-Finanzierer Seedcamp unterstützte Firma dabei, eine Finanzierungsrunde in der Höhe "einiger Millionen" aufzustellen.

"Große Designer"

2009 gegründet, haben 60 Designer bisher rund 1400 Entwürfe gezeigt. Jetzt sind die ersten fünf Produkte im Shop zu kaufen, "etwa ein Prozent der Entwürfe setzt sich durch, das wird auch unsere künftige Quote sein. Der Sweet Spot im Verkauf wäre bei 200 Stück", sagt Locher, derzeit werden pro Entwurf etwa 80 verkauft. Elf Mitarbeiter aus sechs Nationen beschäftigt Garmz in Wien, und die Zentrale des Start-ups ist "auf dem Sprung nach London" - wo die Action ist.

"Man kann davon ausgehen, dass mit der Zeit Garmz auch einige große Designer hervorbringt", hat Locher Visionen. Schon jetzt gebe es Interesse großer Modeketten, hier neue Talente zu finden. (Helmut Spudich\DER STANDARD, Printausgabe; 29.1.2011)

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Garmz

  • Indie-Label für Mode: Wiener Start-up Garmz.
    foto: garmz.com

    Indie-Label für Mode: Wiener Start-up Garmz.

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