Kanzler auf Facebook

Ab Mai sucht Faymann neue Freunde

28. Jänner 2011, 20:44
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    foto: standard/cremer

    Einen "falschen" Werner Faymann gibt es bereits auf Facebook. Nun plant der "echte" einen eigenen Auftritt.

2,2 Millionen Österreicher sind auf Facebook - Bundeskanzler Werner Faymann nicht - Noch nicht - Ab Mai soll es ihn "rund um die Uhr geben": auf Facebook, Twitter und auf einer neuen Homepage

Wien - Ab Mai wird Werner Faymann (SPÖ) zwitschern. Neue Freunde will er auch finden. Noch hat er keine - auf Facebook. Zwar gibt es dort schon einen Werner Faymann, aber das sei, versichert man im Bundeskanzleramt, eine Fake-Seite. Immerhin: Mehr als 1500 Freunde hätte er dort schon einmal gefunden.

Den Bundeskanzler drängt es ins Internet. Um bei Facebook, Twitter und Co künftig eine gute Figur zu machen, kümmert sich seit Anfang Jänner seine frühere Pressesprecherin Angelika Feigl um den Auftritt. Offiziell nennt sich ihre Aufgabe "Entwicklung des Bereichs Neue Medien" im Büro des Kanzlers. "Angesichts der 2,2 Millionen Facebook-User in Österreich hat die Politik hier dringend Nachholbedarf", sagt Feigl. Im Februar soll eine Agentur gefunden werden, ab Mai sollen Twitter und Facebook laufen. Auch eine neue Faymann-Homepage gehört zur roten Netzoffensive. "Uns wird es darum gehen, die Leute direkt zu erreichen, in den Dialog im Web einzutreten und das rund um die Uhr", sagt Feigl. Ob der Kanzler dann persönlich twittert? "Wir werden nichts vorgaukeln."

Je persönlicher, desto besser

Geschätzte 30 Minuten pro Tag verbringen die Österreicher im Durchschnitt auf Facebook. Ein Umstand, der viele Politiker ins Web 2.0 treibt. Lobende Worte findet Judith Denkmayr, Chefin der Kommunikationsagentur Digital Affairs, derzeit aber nur für die Aktivitäten der Grünen und von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. "Strache hat für seine Zielgruppe einen guten Weg gefunden", sagt sie. Mit mehr als 78.500 Facebook-Freunden und Fans ist er auch der Rekordhalter unter Österreichs Spitzenpolitikern. Bundespräsident Heinz Fischer hält bei knapp 20.000.

Wichtig sei es, passend zum Image des Politikers zu kommunizieren, sagt Denkmayr. Wobei der Grundsatz gelte: "Je persönlicher, desto besser". Es sei auch legitim, den Auftritt durch das Team betreuen zu lassen, aber dann sollte das auch transparent gemacht werden, sonst drohen PR-Pannen.

Eines sollen Facebook, Twitter und Co nicht sein: ein zusätzlicher Kanal zum Abspielen von Pressemeldungen. In den Statusnachrichten muss "die Stimme des Politikers erkennbar werden", sagt die Medienwissenschafterin Jana Herwig von der Uni Wien. Wer mit Presseaussendungen langweilt, ist die Freunde schnell wieder los. Betont locker geben sich etwa die Grün-Politiker Peter Pilz und Karl Öllinger. Sie posten Urlaubsfotos, zetteln Debatten an oder fragen nach den besten Semmeln Wiens. Ähnlich hält es der steirische Landeshauptmann Franz Voves. Er zeigt sich seinen 3000 Freunden auch in Badehose. "a traum, wie ein echter steirer holt", schreibt eine Userin.

Besonders junge Menschen können über Facebook erreicht werden: 62 Prozent der User sind zwischen 13 und 29 Jahre alt. "Das ist eine Zielgruppe, die man sonst über Medien wie Fernsehen und Radio nicht erreicht", sagt Politologe Peter Filzmaier. Er sieht noch einen Grund, sich in diesen Netzwerken zu engagieren: "Es geht auch darum, ein Medium zu besetzen, bevor andere dort mit meinem Namen herumspielen." Für Faymann kommt diese Warnung zu spät. Gegen böse Fälschungen will er sich aber wehren. (Peter Mayr, Dominik Wurnig/DER STANDARD-Printausgabe, 29./30.1.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 117
1 2 3
Zukunftsoptimist1
00
23.2.2012, 08:37
Gegen böse Fälschungen wehren?

Ist er ein Feind des Besseren?

Jahrmarkt der Eitelkeiten
00
11.5.2011, 10:50
jetzt haben wir mitte Mai - passiert ist noch nix.

Pierre d´Aubusson
01

Faymann sucht Freunde? Gibts den passenden Ziegelstein auch schon?

Columbo_der_neue
00
Besser am 1 April der Scherzvogel

Wer ist Faymann???

Denn kenn ich nicht!!!

CyberCop
01
... hat die Politik hier dringend Nachholbedarf

typisch spö - jeden zug verschlafen wo's nur geht.

nachdem sich die ersten schon wieder abmelden kommen die drauf, daß das ein interssantes medium sein könnte.

und von solchen zuspätkommern werden wir regiert.

ps: die andern (regierungspartner) sind um nix besser

Minister für Verwaltungsreformen
01
31.1.2011, 16:03
jetzt stellt sich echt die frage

wie hoch der anteil von rentnern auf FB ist.

clangi
010
31.1.2011, 10:34
Ziegelsteinaktion...

wie wärs, mit "kann dieser Aal mehr Freunde als Faymann haben"?

Dr Don Tango
00
31.1.2011, 09:59

juhu. jetzt muss ich mich wohl doch wieder bei facebook anmelden!

Rüxnplüxcok
01
31.1.2011, 09:42
Faymann findet ja bekanntlicherweise schnell Freunde!

http://www.youtube.com/watch?v=nLtQ3cYRGg8

da 5er - bimmbimm!
03
31.1.2011, 09:35

was hat ein "gefaellt mir"-button neben faymanns foto verloren?

Misoskop
00
31.1.2011, 12:27
Gefällt mir Button

Heißt: Gefällt noch nicht.

Emil Sacklinger
 
00
31.1.2011, 07:39
ach, wär' es doch schon mai

dann könnt' man werner faymann zwitschern hören.

(und den kuckuck ebenso)

rosarum vallis
 
01
30.1.2011, 21:34
Der Hr. BK meint also, sich bei den Teenies anbiedern zu müssen...

Statt zu twittern, sollte er hie und da mit den Leuten einen zwitschern...

badblackguy.blogspot.com
 
00
30.1.2011, 20:30
@der Standard - War jenes eine bezahlte Anzeige der SPÖ? - War jenes wirklich ein seriöser Artikel oder wollte der Standard sich nur lustig machen über diese Aktion der SPÖ?

Die Aktion von der SPÖ ist mehr als peinlich, wenn die SPÖ schon Artikel braucht in den Zeitungen um Freunde für Faymann zu finden!

Das Faymann bald auf Facebook ist, ist wirklich keine Sensation oder eine wirklich wichtige Nachricht!

Eva Ulrich
00

Nicht peinlicher als "Pröll sucht den Superpraktikanten".
Bei dieser Aktion sah er eher aus wie ein Waschmittelvertreter.

king of smile
00
30.1.2011, 19:06

wow, gibt es sonst nichts zu berichten von BK Faymann, dass mann schon mit 4 Monaten Vorlaufzeit die FB Aktivitäten ankündigen muss.

charley-inc
01
30.1.2011, 18:28
Jetzt ist der Moment gekommen:

Der "Dislike-Button" muss schnellstens her...

Fifty2106
00
30.1.2011, 14:42
Toll

Dann kann ich ihm dann also persönlich mitteilen, dass er sich einen EU-Beitritt der Schweiz abschminken soll :-)

Mari Huana
00
30.1.2011, 14:26
Schleimer gibt es immer zu tausenden!

sehrgscheit
01
30.1.2011, 11:57
wow..!

ein unglaublich interessanter beitrag-
danke!

da 5er - bimmbimm!
11
30.1.2011, 10:54

dieser bloedl wird von tag zu tag peinlicher. unglaublich was sich bei uns in der spitzenpolitik herumtreibt.

anton anton
01
30.1.2011, 10:44
warum sucht faymann freunde

er hat doch die laura und den norbert

Football-Austria
01
30.1.2011, 09:40

2000 & 8 sagten die Berater, nicht 2000 & late. Das nächste Mal mit Übersetzer.

stuffy
04
30.1.2011, 09:13

Na bis auf ein paar Kroneleser wird er wohl nicht viel finden

Enrico Furioso
02
30.1.2011, 11:56
die gesamte Parteijugend

wird wohl von der Berufsjugendlichen Laura Rudas dazu verdonnert Faymann zum Freund zu haben. Bald werden Jubelmeldungen aus der Löwelstraße kommen wie viele Feunde Faymann doch hat, und dass er der beliebteste Politiker Österreichs sei.

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