Asuncion folgt der großen Mehrheit der lateinamerikanischen Länder
Buenos Aires - Nach Brasilien und einer Reihe weiterer
lateinamerikanischer Länder hat am Freitag auch Paraguay formell einen
unabhängigen palästinensischen Staat innerhalb der Grenzen von 1967 anerkannt,
als Israel im Sechstagekrieg das Westjordanland mit Ostjerusalem und den
Gazastreifen besetzte. Die Anerkennung stehe im Einklang mit der Haltung des
südamerikanischen Landes in der UNO und internationalen Organisationen, teilte
das Außenministerium in der Hauptstadt Asunción mit. Paraguay werde auch weiter
die internationalen Bemühungen für einen friedlichen Ausgleich im Nahen Osten
unterstützen.
Israel hatte im Dezember schon auf die entsprechenden Ankündigungen
Brasiliens und Argentiniens mit großer Verärgerung reagiert. Brasilien als das
mit Abstand größte Land Südamerikas hatte einen "freien und unabhängigen"
palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 anerkannt. Präsident Mahmoud
Abbas legte daraufhin in Brasilia mit Präsidentin Dilma Roussef den Grundstein
für die palästinensische Botschaft. Präsident Abbas hatte den Sicherheitsrat der
Vereinten Nationen aufgerufen, angesichts der Unnachgiebigkeit Israels und der
Blockierung des Friedensprozesses durch das israelische Festhalten am
Siedlungsbau im besetzten Westjordanland einen palästinensischen Staat
anzuerkennen. (APA/dpa)