Das Buchstabenversteckspiel

28. Jänner 2011, 19:14
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Grundlegender Wissensschatz ist auch, dass Skirennfahrer umso schneller unterwegs sind, je steiler ein Hang ist

Wir werden jetzt nicht das gesamte Alphabet durchgehen, es ist aber lohnend, sich mit einzelnen Buchstaben zu befassen. Heute geht es um das „c“. Bei Hocke war eines zu viel, bei Pollak eines zu wenig.

Der fehlerhafte Sachverhalt im Detail: Wir befassten uns mit der Kärntner Politik und erwähnten in diesem Zusammenhang gleich Anfang des Jahres, dass der Lithograf und Aquarellist Giselbert Hoke einmal gesagt habe, er würde das Land verlassen. Mit der Körperhaltung Hocke hat das nichts zu tun; und wenn man schon an eine Körperhaltung denken will, dann an den aufrechten Gang. Dem Schriftsteller, Journalisten und Übersetzer Martin Pollack haben wir in der gelobten Schwerpunktausgabe über Migration dieses „c“ leider vorenthalten.

Was viele noch gefehlt hat, noch dazu an ganz auffälliger Stelle, war ein „n“. Wir beschrieben den Besuch des chinesischen Präsidenten Hu Jintao in den USA und setzten darüber den Titel: „Ein Galadiner für Washingtons Hauptrivale“. Es ist nicht ganz falsch, aber gewöhnungsbedürftig. Die Existenz von Fällen ist grundsätzlich bekannt, manchmal darf die Beugung aber unterbleiben.

Grundlegender Wissensschatz ist auch, dass Skirennfahrer umso schneller unterwegs sind, je steiler ein Hang ist. Den Sportlern geht es um Sekundenbruchteile, uns geht es hier um Grad und Prozent. In Schladming ließen wir die Herren über den durchschnittlich 42 und bis zu 54 Grad steilen Zielhang der Planai fahren. Das wäre ein Gefälle von teilweise über 100 Prozent. Der Schlusshang der Planai-Piste zählt zwar tatsächlich zu den steilsten Stücken im Skirennsport, dies jedoch mit durchschnittlich 52 Prozent Gefälle. Zur Veranschaulichung: 45 Grad entsprechen 100 Prozent Steigung, 90 Grad einer unendlichen. Und die Harakiri-Piste in Mayrhofen, das steilste präparierte Pistenstück des Landes, weist eine Neigung von bis zu 78 Prozent auf, 35 bis knapp 38 Grad. (Otto Ranftl, Leserbeauftragter/DER STANDARD, Printausgabe, 29.1.2011)

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