Blockweise Abfertigung

28. Jänner 2011, 17:49
12 Postings

"Der Tod Bernd Eichingers hinterlässt eine gewaltige Lücke - auch in Hollywood. Zudem können Deutschland und Österreich die Hoffnungen, einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film zu holen, begraben. Ist der internationale Erfolg des deutschsprachigen Films nach einigen Highlights schon abgedreht?"

Dieser einigermaßen endzeitmäßig anmutende Teletext auf ServusTV informierte Donnerstagabend über den Talk im Hangar-7 (aus dem FAZ -Gebäude in Berlin). Die österreichische Filmemacherin Barbara Albert, ihr Schweizer Kollege Dani Levy, der deutsche Produzent Quirin Berg (Das Leben der Anderen) und der deutsche Filmkritiker Peter Körte konnten in der Folge wenig dafür, dass sich selbiger "Talk" nicht recht entwickeln konnte. Dafür sorgten Barbara Essl und Hellmuth Karasek in einer Doppel-Moderation, die zwischen zarter Ahnungslosigkeit und breiter Selbstdarstellung ihre Funktion nicht erfüllte und es schaffte, jedes sich andeutende vertiefende Gespräch konsequent zu unterbinden: mit insistierenden Ödbär-Fragen nach Erfolgskriterien und Erfolgsprognosen. Mit zwanglos eingestreuten Verweisen auf Nestroy, Hofmannsthal und - Billy Wilder. Mit Drängelei in Richtung "nächster Block". Mit einem eigenwillig statischen Geschichtsverständnis, wonach die doch so erfolgsträchtigen historischen Stoffe ja bald alle weggefilmt sein könnten. Und schlicht mit mangelhafter Konzentration (und Vorbereitung): "Sie haben gesagt, 2010 war ein schlechtes Kinojahr? Warum?"

Ohne solche Interventionen hätte das eine sehr interessante Diskussion zu im heimischen Fernsehen nicht eben überrepräsentierten filmkulturellen Themen werden können. (Isabella Reicher, DER STANDARD; Printausgabe, 29./30.1.2011)

Share if you care.