Reisewarnung für ganz Ägypten

29. Jänner 2011, 18:32
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Auch am Wochenende mit weiteren Großdemonstrationen und Gewalttätigkeiten zu rechnen - Mit Video

Wien - Das österreichische Außenministerium hat Freitagabend eine Reisewarnung für ganz Ägypten erlassen, nachdem die ägyptische Regierung eine zunächst nur für drei Städte geltende nächtliche Ausgangssperre auf das ganze Land ausgedehnt hat. Insbesondere am kommenden Wochenende würden in zahlreichen Städten Ägyptens weitere Großdemonstrationen erwartet, die sich in Kairo auf das Stadtzentrum konzentrieren dürften, in dem sich das Ägyptische Museum befindet, teilte das Ministerium mit. Größere Menschenansammlungen und die Umgebung von Moscheen seien generell großräumig zu meiden.

Die weitere Entwicklung sei unsicher, auch in Zukunft müsse mit möglicherweise kurzfristig organisierten Demonstrationen und Ausschreitungen vor allem in Kairo und größeren Provinzstädten gerechnet werden. Da es sowohl bei größeren Menschenansammlungen als auch im Zuge friedlicher Kundgebungen in kürzester Zeit zu Gewalttätigkeiten kommen könne, wird dringend empfohlen, sich nicht in die Nähe solcher Kundgebungen zu begeben.

TUI Österreich bietet seinen Gästen kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an, zunächst bis einschließlich Abflug 15. Februar. Die Gäste würden über die neuesten Entwicklungen informiert, Ausflugsprogramme nach Kairo vorsorglich bereits vor Tagen abgesagt, wie TUI-Konzernsprecher Josef Peterleithner in einer Aussendung am Samstag erklärte.

Militär riegelt Pyramiden ab

Ägyptische Soldaten haben Touristen den Zugang zu den Pyramiden versperrt. Panzer und Schützenpanzer riegelten am Samstag den Pyramidenkomplex auf dem Gizeh-Plateau ab. Das Gelände ist ein beliebtes Touristenziel. Angesichts der anhaltenden Proteste gegen die ägyptische Regierung flüchten Touristen und Einheimische indessen zunehmend aus dem Land. Zwischen 1.500 und 2.000 Menschen kamen am Flughafen von Kairo zusammen, die meisten von ihnen ohne Reservierungen.

Bisher keine Österreicher zu Schaden gekommen

Bei den teilweise blutigen Unruhen in Ägypten sind bisher keine Österreicher zu Schaden gekommen. Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal berichtete am Samstag im Gespräch mit der APA nach einer Sitzung des Krisenstabes, heimische Unterstützungsteams seien mittlerweile in den Touristenzentren Hurghada und Sharm el-Sheikh am Roten Meer eingetroffen, ein weiteres nach Kairo unterwegs. Nachdem derzeit keine Österreicher von den Unruhen direkt betroffen sind, ist laut Launsky-Tieffenthal vorerst auch keine gezielte Rückholaktion aus Ägypten geplant.

Auch in den Hotels in Kairo und nahe der Pyramiden von Gizeh, die nach Agenturberichten attackiert und teilweise geplündert wurden, sind nach Informationen des Außenministeriums keine Österreicher zu Schaden gekommen.

Die österreichischen Unterstützungsteams werden sich am Roten Meer und in Kairo mit Reiseveranstaltern und Fluglinien vernetzen, um heimischen Touristen dort im Fall des Falles behilflich zu sein. Tatsächlich gebe es aber derzeit nur einige Anfragen an die österreichische Botschaft in Kairo, im Ernstfall bei der Ausreise behilflich zu sein, berichtete Launsky-Tieffenthal. Die Lage in Ägypten wird aber im Außenamt weiter als so unübersichtlich eingeschätzt, dass die Reisewarnung in jedem Fall aufrecht bleibt.

Der Krisenstab im Außenministerium empfängt laut Launsky-Tieffenthal laufend Berichte der österreichischen Botschaft in Kairo, spätestens Sonntag früh soll er zu einer neuen Sitzung zusammenkommen.

Israel lässt Diplomaten und deren Familien ausfliegen

Israel hat am Samstag Frauen und Kinder von israelischen Diplomaten in Ägypten aus Kairo ausfliegen lassen. An Bord der Maschine, die am Abend am Ben-Gurion-Flughafen Lod bei Tel Aviv landete, waren auch etwa 40 Touristen, wie das Außenministerium mitteilte. Die Touristen, die sich während der Unruhen der vergangenen Tage in Kairo aufgehalten hatten, hätten den Wunsch geäußert, nach Israel zurückzukehren. (APA)

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