Angst vor der Mutter

28. Jänner 2011, 17:10
  •  Bosse fürchten sich vor Müttern.
    foto: apa/dpa/pleul

    Bosse fürchten sich vor Müttern.

In Österreich, wo 49 Prozent der Firmen Neueinstellungen planen, wollen nur 27 Prozent Frauen mit Kind aufnehmen

Glaubt man der jüngsten Studie des Bürospezialisten Regus (www. regus. at), dann fürchten sich Bosse vor Müttern: Weltweit sei 2011 die Bereitschaft, Mütter einzustellen, um ein Fünftel zurückgegangen, heißt es da. In Österreich, wo 49 Prozent der Firmen Neueinstellungen planen, wollen nur 27 Prozent Frauen mit Kind aufnehmen.

Wie offen die weltweit 15.000 Firmen da geantwortet haben! Als Hauptgrund für die Bevorzugung Kinderloser wird die Sorge genannt, diese Mütter könnten bald wieder gehen, weil sie erneut schwanger werden, und/oder sie könnten den derzeitigen Herausforderungen nicht entsprechen.

Da werden Fantasien, da werden Vorurteile und Klischees zu Wirklichkeiten vermanagt, an denen Unternehmen zerbrechen werden. Durch Konsumentinnen und Mütter. (Karin Bauer/DER STANDARD; Printausgabe, 29./30.1.2011)

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Alles eine Rechnung des Kosten Nutzen Faktor ... fertig, was anderes interssiert Firmen nicht.
Genauso wie Alter, Überqualifikation, Vorstrafen, chronische Krankheiten etc.
Solange die Firmen preiswertere Alternativen haben nehmen sie das günstigere Modell Mensch ...

Da kennen sich die Firmen aber schlecht aus.
Der Hauptgrund, warum Kind und Beruf eigentlich nicht vereinbar ist, sind die Kindergartenöffnungszeiten, dass die Kinder dort ständig krank werden, die Ferien (neuerdings auch im Kindergarten zwingend), dass die Angestellte durch die zwei Wege in der Früh weniger frisch am Arbeitsplatz erscheint, dass sie nicht spontan länger bleiben kann oder will, dass sie immer wieder plötzlich weg muss, Arzttermine hat,...
Schwanger werden tut heute keine mehr.

Es gibt Jobs, die das gut verkraften.

eigentlich ist es ja nur mehr traurig, wie selbstverständlich es ist, dass ziemlich ausschliesslich immer die frauen bei den kindern bleiben.

Finde ich auch. Der Artikel ist ein weiteres Beispiel dafür, dass wir mehr Männer in Karenz brauchen!

Warum soll das "traurig" sein?

Selbst wenn es so verhielte wie Sie meinen, es geht Sie (oder Fr. HH oder "den Staat") nichts an wie mündige Erwachsene höchstprivate Familienangelegenheiten regeln.

Es entspricht der Natur der Frau sich in der Rolle als Mutter zuallererst um ihr Kind zu kümmern. Und wenn sie sich - wie idR üblich - einen besser verdienenden Mann geangelt hat, fällt ihr diese Selbstverwirklichung auch recht leicht.

Alternativ könnte sie sich einen schlechter verdienenden Partner suchen der bei den süßen Kleinen daheim rumhängt und den Haushalt schupft...Erfolgsmodell Mann - einfach nachmachen! :-)

"Es entspricht der Natur der Frau sich in der Rolle als Mutter zuallererst um ihr Kind zu kümmern."

So was idiotisches hört man selten.

Genauso liegt es in der Natur des Mannes, sich um seine Kinder zu kümmern. Oder Sie haben den falschen Mann gewählt.

ad höchstprivate Familienangelegenheiten: die gehn mich dann was an, wenn frauen, die es anders machen wollen, deswegen benachteiligt werden. WARUM soll ich keine gute arbeit bekommen, nur weil die mehrheit der ö. frauen meint, lieber drei jahre daheim sitzen zu müssen (oder auch wirklich müssn)?
ad Natur der Frau: folgerichtig wäre es dann auch in der natur des mannes, kinder lediglich als nebenbei zeitvertreib zu sehen. nur plötzlich wenns um besuchsrechte geht, sind die ach so natürlichen prioritäten vergessen. was für ein scheinheiliges und vor allem auch dummes argument.
ad schlechter verdienenden Partner: WARUM muss er deswegen schlechter verdienen??? gibt es in deinem weltbild auch auf gleicher augenhöhe? wo ist da ein erfolgmodell??

Der Einkommensunterschied ist nicht immer "deswegen". Oft ist es auch persönliche Prioritätensetzung. Schon lange bevor die Kinder kommen.

Die gleiche Augenhöhe ergibt sich (zumindest bei uns) nicht aus dem Einkommen - sondern aus dem Umgang mit dem gemeinsamen Geld.

Das Erfolgsmodell sieht so aus: ein Partner

konzentriert sich auf die Karriere, der andere auf die Familien/Haushaltsangelegenheiten; hat sich tadellos bewährt.
Daneben gibt es natürlich noch einige andere Optionen: zb. beide auf Karriere, Kindermädchen; wenn man das dem Kind zumuten will.
Eines geht aber eher sicher nicht: zwei Teilzeitjob-Karrieren...

Wie auch immer die Familien sich entscheiden, "traurig" ist die Freude das eigene Kleine "hauptberuflich" aufzuziehen zu können je nachdem weder für die Mutter noch den Vater.

Solange Frauen "nach oben" heiraten wird sich da nur sehr langsam etwas ändern. Von Zwangskarenzen uä. staatlichen Knebelungen abgesehen...

in einer idealen welt mag das ein erfolgsmodell sein. realität ist leider, dass sich viele paare wieder trennen - und dieses modell bringt in diesem fall für beide partner gravierende nachteile.

Das ist ein mögliches Erfolgsmodell. Es gibt jede MEnge andere genau so gut (oder schlecht) funktioneirenden Ansätze.

Beide arbeiten voll, beide Teilzeit, beide wechseln sich Phasenweise ab, Beide gehen nacheinander in Karenz und Elternteilzeit.

Ich glaub auch nicht, dass es Sinn macht, die Kinder auszublenden und sich auf die Karriere zu konzentrieren. Das ist eher Wunsch der Betroffenen als Notwendigkeit.

genau, ausschliesslich die frauen bleiben bei den kindern!
wachen sie bitte auf!
oder hören sie nicht auf das gequatsche einer glawischnig!

sinnerfassendes lesen

artikel+kommentar ergibt einen anderen sinn, als den, den du hier unterstellst (du beziehst dich nur auf den kommentar). aber sinnerfassend lesen ist halt nicht so einfach.
und mittlerweile ist man es eh schon gewohnt, dass österreichische männer beim thema gleichstellung lieber beleidigen, untergriffig werden oder schlicht und einfach die tatsachen falsch hinstellen.

sollte es nicht eher "Angst vor der Frau" heißen?

Die Nicht-Mutter:
könnte schwanger werden und in Karenz gehen

Die Mutter:
Könnte Pflegefreistellung in Anspruch nehmen wollen (immerhin 2 Wochen im Jahr - welch Verlust für den Arbeitgeber!)

Die Frau >40:
zu alt

Da kommt doch Hoffnung auf.

Ach so, Mütter ...

... ich dachte sie meinen mit "Mütter" den Mutterkonzern ;-)

Leider handelt es sich nicht bloss um Vorureile, sondern um eine Vielzahl negativer Erfahrungen. Das heisst nicht, dass man per se keine Muetter einstellen soll, aber man sollte sich schon auf mehr Probleme gefasst machen.

ist doch immer wieder schön zu lesen, dass kinder als problem (der frauen) gesehen werden. zum kotzen.

Die Wortwahl "Probleme" finde ich lebensfeindlich und pervers.

Solche Ansichten sind gefährlich, weil sie in der Gesellschaft Gehör finden und im Berufsleben umgesetzt werden:

Eine werdende Mutter verständigte umgehend ihre (kinderlose) Arbeitgeberin und durfte sich wortwörtlich sagen lassen, daß man in Österreich "etwas dagegen tun kann". Leider haben wir in Europa keine Gesetzgebung, welche Familien vor beruflicher Diskriminierung wirksam schützt.

Berechtigte familiäre Interessen sollten nicht wegen des prinzipiellen Interessenkonflikts zwischen Ausbeutern und Lohnsklaven als "Problem" fehlinterpretiert werden.

Wie kommt man da auf "Angst"?

Die Unternehmen können rechnen - die wissen daß frau beim Kinde bleibt, weil Mutti idR. einen Mann geehelicht hat der mehr verdient.

Die brauchen Leute die Leistung bringen, nicht Leute die sich vor/zwischen Schwangerschaften im Büro die Zeit vertreiben wollen...

ja.

das ist so zum heulen :(

Sie sind kein Unternehmer?

Ich hab da andere Erfahrungen. Die Vorteile überwiegen, wenn man die richtige Dame erwischt.

Die Trefferchance bei Männern ist aber wesentlich höher

Aber wenns eh Geld zum Zocken haben ...

Offensichtlich sind Sie eine löbliche Ausnahme unter den Arbeitgebern - viele lehnen es von Anfang an ab auszuprobieren ob sie vielleicht die "richtige Dame" erwischt haben...

In der heutigen Zeit

bekommt man noch das Diensthandy ausgefolgt um auch in der Freizeit für die Bude parat zu sein. Da hat man für Mütter kein Verständnis.

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