Weitere positive Handelswoche liegt hinter uns

28. Jänner 2011, 15:47
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Stephan Lingnau

Eine weitere positive Handelswoche an den europäischen Börsen liegt hinter uns (+1,3%). Der breite Stoxx 600 notiert somit seit Anfang 2011 um 3% höher. Der Euro Stoxx 50 legte schon um 7% zu.  Dies ist auf die steigende relative Stärke von Banken und Versicherungen (je +10% seit Anfang 2011) zurückzuführen. Diese beiden Sektoren machen in diesem Index ein Viertel der Gewichtung aus. Technologiewerte und Versicherungen wurden mit einem Plus von 4% am stärksten nachgefragt. Bis auf Versorger, Lebensmittelproduzenten und Einzelhandelsunternehmen, die um knapp 1% fielen, zeigten alle anderen Sektoren eine positive Performance.

Wir erwarten, dass sich Banken und insbesondere Versicherungen (!) in den kommenden Wochen weiter gut entwickeln werden. Die Bewertungen der beiden Sektoren sind noch immer klar niedriger als der Markt. Das erwartete KGV im Versicherungssektor liegt bei 8,6x, bei den Banken beträgt es 9,5x. Zum Vergleich der gesamte Stoxx 600 hat derzeit ein erwartetes KGV von 11,2x.

Steigende Renditen am deutschen Bondmarkt bestätigten den Aufwärtstrend an den Aktienmärkten. Die Rendite für 10 Jährige Bunds stieg um 5 Basispunkte auf 3,2%. Am kurzen Ende stiegen die 2 - Jährigen um 12 Basispunkte auf jetzt 1,35%. An den Rohstoffmärkten stiegen die Preise von Kupfer und Aluminium um +1%. Das Barrel Brent stieg um 0,4% auf USD 96,3. Gold setzte seine Korrektur fort und fiel um 2% auf 1.319 USD. Wir erwarten, dass sich die saisonale Korrektur noch bis 1.250 USD fortsetzen dürfte. Dieses Niveau würden wir für einen neuen Einstieg nützen.

Das Konsumklima in Deutschland setzt seinen Aufwärtstrend fort. Der Gesamtindikator prognostiziert für Februar einen Wert von 5,7 Punkten, nach revidiert 5,5 Punkten im Januar. Auch das Ifo Geschäftsklima für Jänner (110,3 Punkte) übertraf die Erwartungen. Während die Einschätzung für die aktuelle Situation auf dem Dezemberniveau blieb, überraschte insbesondere der weitere Anstieg der Erwartungskomponente positiv. Alle Branchen - außer dem Groß- und Einzelhandel - berichteten eine Verbesserung der Stimmung. Nicht so gut läuft es weiterhin in Spanien. Der Umsatz des Einzelhandels hat sich im Dezember um 4,4% reduziert. Gleichzeitig haben sich die spanischen Erzeugerpreise im Dezember mit beschleunigtem Tempo von 4,4% im November auf 5,3% erhöht. Hierbei handelt es sich um den stärksten Zuwachs seit Oktober 2008.

Siemens hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011 den positiven Wachstumstrend der Vorquartale fortgesetzt und den Auftragseingang zum Vorjahr kräftig gesteigert. Der Umsatz stieg um 12% auf EUR 19,5 Mrd. Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten erreichte einen Rekordwert. Dabei profitierte man vor allem von einer starken Entwicklung bei den kurzzyklischen Industriegeschäften und im Kraftwerksgeschäft. Für das laufende Geschäftsjahr 2011 wurden die Ziele bekräftigt. Auch Konkurrent ABB meldete einen positiven Ausblick. Man stellt für das vierte Quartal ein deutliches Gewinnwachstum im zweistelligen Prozentbereich in Aussicht. Bei Nokia überraschte das abgelaufene Quartal endlich mal positiv, doch der Ausblick ist wieder düster. Der Vergleich mit Apple schmerzt am meisten. Erlösten die Amerikaner im vierten Quartal 2009 noch halb so viel mit Handys wie Nokia, haben sie im vierten Quartal 2010 fast gleichgezogen und werden Nokia im laufenden Quartal überholen. Und das mit einem Zwölftel der Absatzmenge. Man kann gespannt sein, welche Strategie der neue Chef Stephen Elop am 11. Februar präsentieren wird. Software AG konnte im vierten  Quartal mit einem deutlichen Ergebnisplus aufwarten. So lag der Umsatz mit EUR 326,7 Mio. Euro um 12% zu. Der Gewinn verbesserte sich auf EUR 64,7 Mio. Das Unternehmen geht für 2011 von einem weiteren Umsatz- und Ergebnisplus aus.

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