"Schwierige" Patienten haben oft mehr Beschwerden

29. Jänner 2011, 10:07
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US-Forscher untersuchten, wie sich das Arzt-Patienten-Verhältnis auf die Behandlungsergebnisse auswirkt

Zwei US-Forscher haben sich "schwierigen" Patienten gewidmet und sich - ergänzend zur bisherigen Forschung - auch dem Umstand gewidmet, dass nicht nur der Patient schwierige Begleitumstände mitbringen kann, sondern auch der Arzt. Sie haben zudem untersucht, wie sich das Arzt-Patienten-Verhältnis auf die Behandlungsergebnisse auswirkt. Das Fazit der im "Journal of General Internal Medicine" veröffentlichten Studie: Das Verhältnis zwischen "schwierigen" Patienten und Ärzten wirkt sich mittelfristig negativ auf die Behandlungsergebnisse aus.

Die Studie zeigt, dass nahezu 18 Prozent der Patienten von ihren Ärzten als Problempatienten wahrgenommen werden. Das heißt: Die Patienten begegnen ihren Ärzten eher skeptisch oder sie sind mit ihnen unzufrieden. Die Auswirkung: Die Forscher heben besonders hervor, dass sich die Symptome dieser Patienten zwei Wochen nach der Untersuchung eher verschlimmert hatten.

Studiendesign

Insgesamt nahmen 750 Erwachsene, die eine ambulante Hausarztbehandlung in Anspruch nahmen, an der Studie teil. Vor der Untersuchung befragten die Studienautoren die Erwachsenen nach ihren Symptomen und ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, ihren körperlichen, sozialen und emotionalen Befinden, nach dem Vorliegen psychischer Störungen sowie nach ihren Erwartungen an die Behandlung. Unmittelbar nach der Untersuchung wurden die Teilnehmer nach ihrer Zufriedenheit mit der Behandlung, etwaigen unerfüllten Erwartungen sowie dem Vertrauen in den Arzt befragt. Zwei Wochen später wurden die Symptome erneut untersucht. Außerdem wurden die behandelnden Ärzte gebeten, die Schwierigkeiten beim Umgang mit den Patienten nach jeder Untersuchung zu bewerten. 

Die Autoren stellten fest, dass nahezu 18 Prozent der Patienten bei der Umfrage als "schwierig" eingestuft wurden. Sowohl die Eigenschaften von Patienten als auch von Ärzten trugen dazu bei, dass der Arztbesuch als "schwierig" empfunden wurde. Bemerkenswert ist, dass als "schwierig" geltende Patienten mehr Beschwerden aufwiesen, sich in einem schlechteren körperlichen Zustand befanden, häufiger in ärztlicher Behandlung waren und anfälliger für psychische Störungen als "nicht-schwierige" Patienten. Ärzte mit einem offeneren Kommunikationsverhalten und einer größeren Erfahrung berichteten über weniger schwierige Patientengespräche. (red)

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