"Weltuntergangsklage" erneut vor Gericht gescheitert

28. Jänner 2011, 13:07
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Kölner Verwaltungsgericht weist Forderung nach Stopp der physikalischen Experimente in Genf zurück

Köln - Eine in der Schweiz lebende Deutsche ist erneut mit einer Klage gescheitert, mit der sie ein Ende der physikalischen Experimente am Teilchenbeschleuniger LHC in Genf erzwingen wollte. Das Verwaltungsgericht Köln wies am Donnerstag einen Eilantrag und eine Klage gegen das deutsche Bundesbildungsministerium zurück. Die Bundesrepublik sei nicht verpflichtet, ihre Delegierten im Rat der Europäischen Kernforschungsorganisation CERN zu einer Initiative gegen die weitere Inbetriebnahme des LHC anzuweisen, urteilte das Gericht.

In dem Teilchenbeschleuniger des CERN lassen die Forscher seit März vergangenen Jahres Atomteilchen nahezu mit Lichtgeschwindigkeit aufeinanderprallen. Sie versprechen sich aus den Experimenten Erkenntnisse über noch nicht entdeckte Formen der Materie und den Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren. Nach Ansicht von Experten könnten bei den Experimenten mit geringer Wahrscheinlichkeit winzige Schwarze Löcher entstehen. Die wären allerdings so klein, dass sie im Moment ihres Entstehens schon wieder zu Energie zerstrahlen, oder sogar zu klein, um überhaupt Materie ansaugen zu können.

Die Klägerin hingegen befürchtet den Weltuntergang. Die Frau scheiterte bereits vor mehreren Gerichten mit dem Versuch, die Experimente zu unterbinden - zuletzt im Februar 2010 vor dem deutschen Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Und auch das Kölner Verwaltungsgericht folgte der Argumentation der Klägerin nicht: Rechtsgrundlage für den von ihr geltend gemachten Anspruch könne nur die grundgesetzliche Pflicht des Staats zum Schutz des Lebens sein. Es sei ihr jedoch nicht gelungen, die von ihr behaupteten Gefahren plausibel und substanziiert darzulegen, begründeten die Richter das Urteil. (APA/red)

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