WKR-Ball

Riesiges Polizei-Aufgebot, 500 Demonstranten, vier Festnahmen

29. Jänner 2011, 11:36
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    Ausnahmezustand: Wenn WKR-Ball und Demo-Verbot zusammenkommen, wird der Wiener Gürtel zur Fußgängerzone.

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    Polizeikessel in der Wiener Westbahnstraße.

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    Zwei Wega-Autos von der U6-Station Alser Straße unterwegs in die Josefstadt.

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    grafik: polizei wien

    Großzügige Sperrzone rund um die Wiener Hofburg.

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    foto: apa/neubauer

    Freitagvormittag versammelte sich eine Gruppe vor dem Parlament und protestierte gegen das Demo-Verbot.

Proteste gegen rechten WKR-Ball in 8. Bezirk verlegt - Straßensperren sorgten für Staus

Die Stimmung zwischen Demonstranten und Polizei war aufgeheizt. Mitten im 8. Bezirk stießen beide Seiten zusammen. Dabei ging es im Grunde um einen ganz anderen Schauplatz: die Wiener Hofburg, die dem Ball des Wiener Korporationsringes (WKR) am Freitagabend wieder einmal ein Dach bot.

Der festliche Tanz der Rechten und ganz Rechten gab wie jedes Jahr Anlass zum Widerstand - eine Demonstration vor der Hofburg war aber bereits am Donnerstag verboten worden. Freitagmorgen sickerte durch, dass die Behörden nicht einmal eine Standkundgebung gegen das extrem rechte Stelldichein erlauben würden. Dennoch rechnete die Polizei mit Demonstrationen - wusste aber nicht, wo.

Demonstrierende wichen in die Josefstadt aus

So wurden etliche Straßenzüge gesperrt. Verkehrsstaus waren die Folge.

Die Demonstranten gegen den rechten Ball wichen am frühen Abend in den 8. Bezirk aus. So waren mehrere kleinere Demonstrationszüge in der Josefstadt unterwegs, nach Informationen von derStandard.at mit insgesamt mindestens 300 Teilnehmern. Diese Einschätzung deckt sich auch mit den offiziellen Polizeiangaben. In der Spitalgasse, wo das Alte AKH mit seinem Uni-Campus liegt, wurden Demonstranten teilweise von Polizisten eingekreist. Eine Gruppe von rund 60 Leuten blockierte derweil den Gürtel.

Die Menschengrüppchen liefen schließlich in der Westbahnstraße zusammen. Sie protestierten mit Sprechchören wie "This is what democracy looks like" und "Wiener Polizei wie immer rechts dabei". Einer als Clowns maskierten Gruppe nahmen die Exekutivbeamten Trommeln ab. Auch bei friedlichen Demonstranten wurden Ausweiskontrollen durchgeführt.

Festnahme wegen Sachbeschädigung

Im Laufe des Abends kam es nach Angaben der Austria Presse Agentur (APA) zu insgesamt vier Festnahmen, bei 160 Menschen wurden die Personalien geprüft. Laut Angaben der Polizei wurde ein Schaufenster eines Modegeschäftes auf der Mariahilferstraße eingeschlagen. Die Polizei teilte mit, dass es keine Verletzten gebe.

Nach der Zusammenkunft auf der Neubauer Westbahnstraße fanden sich noch rund 200 Demonstranten auch in der Mariahilferstraße ein. Bei etlichen wurden Identitätsfeststellungen vorgenommen. Die Demonstration auf der Mariahilferstraße löste sich gegen 20:30 Uhr auf.

Polizei kontrollierte Bus aus Graz

Bereits am Freitagnachmittag wurde ein Bus mit Demonstrierenden aus Graz von der Polizei aufgehalten. Die Identitäten sämtlicher Insassen wurden notiert. Laut Angaben der ÖH der Uni Graz wurde der Bus zu den Protesten nach Wien von der Polizei eineinhalb Stunden aufgehalten.

"Nicht nur, dass alle Aktivistinnen in der Kälte perlustriert wurden, es wurde damit vor allem das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit entzogen", empörte sich Cengiz Kulac, GRAS-Studentenpolitiker und ÖH-Vorsitzender der Uni Graz.

Wiener Innenstadt-Buslinien eingestellt

Aufgrund der möglichen Demonstration stellten die Wiener Linien mehrere Buslinien, die unter anderem in der Innenstadt verkehren, am Freitagabend zur Gänze ein. Betroffen waren die Linien 1A, 2A, und 3A. Die Wiener Linien empfahlen, auf die U-Bahn auszuweichen.

Die untersagte Kundgebung gegen den Korporationsring-Ball hat auch zu Protesten in sozialen Netzwerken im Internet geführt. So finden sich in Facebook Gruppen wie "No WKR 2011" und in Weblogs wird über das Demo-Verbot informiert.

Auf Facebook wurde auch für den Korporationsball eine Seite eingerichtet - es handle sich dabei aber um kein offizielles Profil des WKR, betonte Sprecher Udo Guggenbichler, FPÖ-Gemeinderat in Wien. Dass er dort als "Moderator" aufscheint, habe er nicht gewusst. Guggenbichler als Moderator wurde Freitagnachmittag ebenso entfernt wie ein eventuell von einem WKR-Gegner erstelltes und über 15 Stunden aufscheinendes Pinnwand-Posting mit dem Inhalt "Sieg Heil". Wenig später war die gesamte Seite nicht mehr aufzurufen.

Jarolim plant Fekter-Anfrage

Auf politischer Ebene regte sich ebenfalls Widerstand. SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim kündigte eine parlamentarische Anfrage an Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) zum Demo-Verbot an.

Für ihn ist es "bedenklich genug", dass der WKR "das Tanzbein zu seinem jährlichen Ball in der Hofburg schwingt". Dass aber die Gegendemonstration verboten wurde, "bedarf genauer Prüfung". Natürlich seien Ausschreitungen "und jegliche Form von Extremismus zu unterbinden". Es sei aber zu prüfen, ob es im konkreten Fall nicht ein anderes, gelinderes Mittel gibt, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, etwa durch mehr Polizei vor Ort."

Vassilakou kritisiert Demo-Verbot

Auch die grüne Wiener Vize-Bürgermeisterin Maria Vassilakou bedauerte, dass die Fronten verhärtet seien und keine Demo erlaubt wurde. Sie betonte, dass Demos gegen Rechtsaußen in anderen europäischen Großstädten problemlos stattfinden dürften. Vassilakou plädierte dafür, künftig Demos gegen den WKR-Ball sehr wohl zu ermöglichen.

Die Studentenvertreter der Akademie der bildenden Künste in Wien nannte das Demo-Verbot in einer Aussendung einen "politischen Skandal". Sie sprachen von "rassistischem Normalzustand in Österreich". Die Grünen und Alternativen Studentinnen (GRAS) zeigten sich ebenfalls "entsetzt" über das Verbot.

FPÖ macht Stimmung gegen Demo

Die FPÖ rechnete bereits im Vorfeld mit "Krawallen". Der Wiener Gemeinderat Wolfgang Jung erklärte in einer Aussendung: "Es kann nicht sein, dass linke Extremisten immer wieder die anständigen Bürger in unserer Stadt tyrannisieren dürfen und dabei immense Kosten verursachen."

Die Polizei hatte nach der eigentlich geplanten Demo auch die von linken Gruppierungen für Freitagabend geplante Standkundgebung gegen den Ball untersagt. Gestern wurde den Gegnern des WKR-Balls noch erlaubt, eine solche im Votivpark abzuhalten. Grund für die Absage sei eine Spontandemo, die am Donnerstagabend in der Wiener Innenstadt stattgefunden hat, erklärte der Polizeisprecher Roman Hahslinger am Freitagvormittag. (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 2573
K R
10
der wahre skandal

ist, daß die nsöap eine veranstaltung organisiert und nur 500 stehen dagegen auf.

ist wohl doch auch im geiste die stadt karl luegers

Ringelspielprofessor
00
20.2.2011, 19:04

sollten wir uns mal ein beispiel an dresden nehmen...
http://www.mdr.de/sachsensp... 50145.html

wobei man auch mal nachdenken sollte wieviel der hochgelobte ORF wirklich sendet.
Rechte Demos und Kundgebungen werden ja nicht einmal erwähnt aber wehe die bösen Linke maschieren auf...

akkra
12
Video von der Zeitung Österreich

zur Demo.Polizist bei 1:54 "die Demonstration ist besser organisiert als wir..."

http://www.youtube.com/watch?v=YYgxHw2zRdM

tapsel
 
11
Ein Kieberer mit Durchblick!^^

Papiertiger
12
sehr lesenswerter standard kommentar dazu

http://derstandard.at/129557126... enschafter

wie die polizei zu handlangern der rechtsextremen wird und menschenrechte einschränkt!

Mr XY
02

WO IST ein BERICHT über den BALL ???
Die Fotos von Strache, Haupt Rosenkranz in goldenem Wallküren Kleid ist die einzige Info in allen Medien.

Ousmane bleibt!
 
97
31.1.2011, 14:45
Zombieball und Abschiebeterror!

Während RechtsextremistInnen in Wien Feste feiern und sich vernetzen, kämpfen verfolgte Flüchtende um ihr Leben.

Ein Beispiel zeigte die heutige Pressekonferenz des Solidaritätskomitee Ousmane Camara: http://ichmachpolitik.at/questions/1026

Spenden bitte auf:
Kontonummer: 50312063827
Bank Austria BLZ: 12000
Kontowortlaut: Spendenkonto Ousmane

Hubert Ungeist
 
21
31.1.2011, 18:51
Wer abgeschoben wird,

ist durch alle Instanzen hindurch eben kein Konventionalflüchtling - sprich kein Asylgrund.

Dennoch ist IHr Anliegen, ein ehrenhaftes

Osmane bleibt!
 
24
31.1.2011, 21:39

Danke für ihre wertschätzenden Worte!

Was den Asylgrund betrifft, besteht allerdings begründeter Verdacht, dass hier die Behörden gegen die Menschenrechte verstoßen haben. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Der Anwalt Dr. Zanger hat jedenfalls bereits den Asylgerichtshof bei der Korruptionsstaatanwaltsachaft angezeigt (siehe Kurier vom 24.01.11)

dajonny
00
30.7.2011, 02:23

und für das haben sie sich extra einen Account angelegt?

Hinguckerl
67
31.1.2011, 14:39
Frau Minister Fekter Ihnen gebührt ein Misstrauensantrag

wegen Begünstigung von Rechtsextremismus!
Die Demonstranten mussten sich ausweisen, Personalien wurden notiert, das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit wurde verwehrt.... ja wo sind wir denn? Ins DRITTE REICH zurückgekehrt Frau Fekter? Ich bin entsetzt, Sie treten unsere demokratischen Grundrechte mit Füßen! RÜCKTRITT!

xxx...yyy...
00
nur um keine irrtümer zu verbreiten:

diese demo richtete sich nicht (!) in erster linie gegen den ball der schmissfliegen, sondern v.a. gegen östereich als solches. nachzulesen im blog der initiatoren...

dajonny
00
30.7.2011, 02:25

Na zum Glück sind es nur 500, also kann es in Österreich nicht so schlimm sein, wie wäre es mit einer eigenen Partei? Trommelnde Clowns mit Bierdosen oder so irgendwie?

Gabarinza
11
Bin ganz und gar kein Fan der Burschen,

und Schafter. Aber "Schmissfliegen" ist die selbe Wort- und Denkkategorie wie "Untermensch" die bei der selben Entfesselung der Ideologie zum selben Ergebnis führt und geführt hat. Stichwort (eines von vielen möglichen) Kulak. Falls Zweifel daran, bitte ein paar gute Bücher zur Geschichte der Sowjetunion lesen. Bitte daher um ein wenig hirn- und seelenerfüllte Wortwahl.

Thomas Roth
13
stimmt schon

es gab einen aufruf unter dieser losung! ich würde aber sagen, die mehrheit ging sehr wohl gegen die rechtsextremen in der hofburg und nicht gegen österreich demonstrieren. es gab auch einen gegenaufruf, nachzulesen unter http://www.kjoe.at/article.p... 6155641402

Protagoras v. Abdera
21
Diese Demo wurde von verschiedenen Gruppen mitgetragen, nicht nur von anarchistischen

Kein Witz
119
31.1.2011, 14:35
Lustig, wenn die Linken auf english demonstrieren!

Sie protestierten mit Sprechchören wie "This is what democracy looks like".

Vielleicht wieder etwas mehr im Deutschunterricht aufpassen, aja, diese Aufmerksamkeit wäre ja zu rechtslastig!

ein.leser
22
31.1.2011, 19:14
'AJA'

... ist aber auch nicht unbedingt Deutsch.
Anglophobie gepaart mit mangelhaftem Deutsch ... Gott sei Dank sind wir links-linken Gutmenschen so tolerant.

dajonny
00
30.7.2011, 02:26

gehens im Keller lachen!

Immer der selbe Blödsinn
 
00
@ein.leser, @Thomas Roth, @epep

wer solchen "humor" hat, hat wahrscheinlich auch sonst nicht viel in der birne. schlage vor diesen schlechten witz einfach zu ignorieren : )

Mostbluzza
10
solange toleranz die intelligenz übertrifft

ich dachte immer wir hätten ein links-linkes problem in der hofburg. jetzt tanzen die rechten einen stock tiefer...

also solang unser bundespräsi nix sagt oder das verbietet, sag i a nix. ist ja lächerlich, wer demonstriert gegen die ultralinken, traut sich eh keiner mehr, weil sie überall gedeckt werden und mittlerweile mainstream mitte sind, die besten der gutmenschen.

Kein Witz
21
31.1.2011, 20:32
Tolerant?

Ich glaube Sie wissen nicht einmal wie man tolerant buchstabiert!

Thomas Roth
14
schwachsinnig?

schließlich hat "ein.leser" das wörtchen "tolerant" richtig geschrieben, also weiß er offenbar auch, wie man es buchstabiert ...

epep
22
31.1.2011, 16:28

sie meinen also die demonstrantInnen hätten in der schule zu wenig aufgepasst, weil sie demonstrationssprüche auf englisch sagen können??? ist das ihr ernst? das war jetzt kein witz?

FalscherProphet
44
31.1.2011, 13:27
Ein Problem an diesem Rechtsextremen-Ball ist,

dass dort eine internationale Vernetzung von Extremisten stattfindet.
Derartiges sollte hierzulande im Auge behalten werden - eine Schaltzentrale für Rechtsextremisten ist definitiv nicht ruffördernd für unser Land, in dem ein antifaschistischer Grundkonsens herrscht (herrschen sollte).

(Die am Ball präsente StRache-FPÖ vernetzt sich ja selbst gerne mit Neofaschisten aus Ungarn, diversen weiteren Rechtsextremisten aus ganz Europa -
bis hin zur fundamentalistisch-rechtskonservativen Tea Party in den USA.)

Und gerade auf diesem Ball zur Erweiterung des extremistischen "Freundeskreises" ist der Bumsti StRache angeblich gar nicht gerne gesehen -
dies wird ihn wohl etwas vergrämen:

http://derstandard.at/1295571016860

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