20 Muslimbrüder wurden festgenommen

28. Jänner 2011, 08:24
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Internet-Aktivisten riefen zu weiteren Protesten auf

Kairo - Vor den für Freitag angekündigten landesweiten Protesten geht die ägyptische Regierung mit harter Hand gegen die Muslimbruderschaft vor. Nach Angaben eines Anwalts der Vereinigung wurden in der Nacht insgesamt 20, davon acht führende Vertreter festgenommen. Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte, die Behörden hätten eine Razzia gegen die Muslimbruderschaft angeordnet.

Die in Ägypten offiziell verbotene Vereinigung, die gemeinsame Wurzeln mit der radikal-islamischen Hamas hat, steckt zwar nicht hinter den Massenprotesten gegen Präsident Hosni Mubarak. Es wird allerdings damit gerechnet, dass viele ihrer Anhänger sich nach den Freitagsgebeten den Demonstrationen anschließen werden.

Internet-Aktivisten haben zu weiteren Protesten aufgerufen. Auf dem Facebook-Netzwerk wurden mehr als 30 Moscheen und Kirchen aufgelistet, wo Ansammlungen von Demonstranten erwartet wurden. In der Hauptstadt Kairo berichteten Einwohner allerdings, dass der Zugang zu sozialen Netzwerken im Internet sowie SMS-Dienste gestört seien.

Ein Sprecher der ägyptischen Botschaft in Washington verwies dagegen auf eine Erklärung des Büros des Ministerpräsidenten, wonach Facebook und Twitter nicht außer Betrieb gesetzt worden seien.

Die Proteste gegen die Regierung gingen auch am späten Donnerstagabend weiter. In der Stadt Suez kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. (APA/AFP/Reuters)

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