Opulente Konzertwanderung

2. Februar 2011, 18:31
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Zum Programm des Carinthischen Sommers 2011

Wien - "Ich bin über diese Frechheit immer noch nicht hinweg", ärgert sich Intendant Thomas Daniel Schlee nach wie vor über die Vorjahrsabsage von Percussionist Martin Grubinger. Dieser hatte seinen Auftritt beim Carinthischen Sommer aus Protest gegen die BZÖ-FPÖ-Politik in Kärnten abgesagt. Schlee erwähnt die Angelegenheit allerdings nur, da er mit Evelyn Glennie die "weltberühmteste Percussionistin" zum kommenden Festival (10. Juli bis 20. August 2011) eingeladen habe.

In der Hauptsache dreht sich das kommende Festival allerdings nicht um Percussion, vielmehr um den französischen Komponisten Darius Milhaud, von dem 14 Werke zur Aufführung gelangen. Unter anderem der Klassiker Le Boeuf sur le toit, der vom European Union Youth Orchestra unter Vladimir Ashkenazy interpretiert wird. Weitere bekannte Namen: Auch Sängerin Annette Dasch, Cellist und Dirigent Heinrich Schiff oder Pianist Rudolf Buchbinder gastieren beim Festival, das um eine Woche verkürzt wird und insgesamt 42 Veranstaltungen in Villach, Ossiach und Fresach anbietet.

Einen wichtigen Schwerpunkt bildet die Reihe "Götter & Söhne": Dabei werden zunächst (im Alban-Berg-Saal) drei von Milhaud komponierte "Operas-minute" präsentiert, die in nur wenigen Minuten antike Szenen darstellen. In der Pause wechseln die Besucher dann in die Stiftskirche, wo die nach einem Text von André Gide verfasste Kantate Die Rückkehr des verlorenen Sohnes (Regie und Ausstattung: Titus Hollweg) aufgeführt wird. Zusatzinfos zum Komponistenschwerpunkt bietet (im Barocksaal des Stiftes Ossiach) eine Milhaud-Ausstellung. (tos/APA / DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2011)

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