Gorch-Fock-Chef eckt mit seiner Wasserski-Fahrt an

27. Jänner 2011, 20:14
20 Postings

Neuer Kapitän soll Beiboot in der Freizeit benutzt haben

Berlin - Das deutsche Segelschulschiff Gorch Fock kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nun könnte auch der neue Kapitän, Michael Brühn, in Turbulenzen geraten. Die Bild-Zeitung veröffentlichte ein Foto, das ihn vor Lanzarote beim Wasserskifahren zeigt.

Grundsätzlich kein Problem. Doch ein Mitglied der Stammbesatzung schildert, wie es im Jahr 2004 dazu kam, als das Schiff eigentlich gerade den Hafen verlassen hatte: "Wir mussten wieder alle Segel raffen. Unser Kommandant wollte unbedingt Wasserski fahren. Er ist mit dem Beiboot runter und dann circa zwanzig Minuten immer auf- und abgefahren. Wir waren alle fassungslos."

Fotografieren verboten

Laut Schilderungen der Mannschaft ist ihr verboten worden, Fotos zu machen. Brühn war von 2001 bis 2006 Kapitän, nun ist er es wieder. Er soll das Schiff nicht nur nach Hause (nach Kiel) bringen, sondern auch mit einem siebenköpfigen Team die Todesumstände einer im November tödlich verunglückten Kadettin klären.

Die Abberufung des eigentlichen Kapitäns, Norbert Schatz, bringt Unruhe in die Marine. In der Rheinischen Post klagt der Vorsitzende der Marine im Bundeswehrverband, Kapitänleutnant Uwe Sonntag: "Gerade Offiziere mit Führungsverwendung fragen sich: Wie viel Vertrauen können wir noch in die politische Führung haben? Aus unserer Sicht hat der Minister überreagiert."

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) versucht derzeit auch für die im Rahmen seiner Heeresreform geplanten Schließungen von Kasernen um Verständnis werben. Kritischen Kommunalpolitikern sagt er im Bayernkurier, die Bundeswehr sei "nicht primär da, Strukturpolitik zu betreiben". (bau)

Share if you care.