Fledermaus schläft in fleischfressender Pflanze

27. Jänner 2011, 14:36
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Von diesem Verhalten der Flattertiere profitieren Tier und Pflanze

Würzburg/London - Die Hardwick-Wollfledermaus (Kerivoula hardwickii) auf Borneo verbringt den Tagesschlaf gern und oft in einer fleischfressenden Pflanze. Zudem nutzt das Tier seine Behausung auf der indonesischen Insel auch noch als Klo. So profitiert auch die Pflanze davon: Im Kot der Fledermaus finden sich nämlich für die fleischfressende Kannenpflanze nützliche Stickstoffverbindungen.

Dieses zeitweise Zusammenleben zum gegenseitigen Nutzen beschreibt eine Gruppe um Ulmar Grafe und Caroline Schöner von der Universität Würzburg. Ihre Untersuchung ist in den "Biology Letters" der britischen Royal Society nachzulesen (online vorab publiziert). Eines der dort beschriebenen Ergebnisse: Bis zu 33,8 Prozent des Stickstoffes in den Blättern stammen ursprünglich von der Fledermaus.

Die Pflanze

Kannenpflanzen haben einige Blätter zu einer Art Krug mit Deckel umgebildet. Auf dem rutschigen oberen Rand dieser Kanne landen Insekten - und fallen oft ins Innere. Dort, am Grund der Kanne, enden sie in einem Verdauungssaft. Aus den so aufgelösten Opfern zieht die Pflanze Substanzen, an denen es ihr auf nährstoffarmem Boden mangelt, etwa Stickstoff. Die Forscher fanden bei ihrer Arbeit jedoch häufig Fledermäuse in der Kanne - die Tiere klammerten sich oberhalb des Flüssigkeitsspiegels fest. Wären die Tiere in die Kanne gerutscht, hätte das nicht zwangsläufig ihr Ende bedeutet: Die pflanzliche Verdauung ist weniger aggressiv und daher langsamer als die tierische.

... als Unterkunft

17 mit einem Sender markierte Flattertiere schliefen ausschließlich in den Kannenpflanzen. Dabei hätte es in der Umgebung durchaus andere Unterkünfte gegeben - zum Beispiel eingerollte Blätter oder Baumhöhlen. In zwei Fällen fanden sich Mütter mit ihrem Nachwuchs in der Pflanze. Eine Analyse der Blattzusammensetzung ergab, dass bewohnte Kannen einen großen Anteil von Stickstoff tierischer Herkunft hatten. Dies alles lasse auf eine Partnerschaft zum gegenseitigen Nutzen schließen, erläutern die Autoren um Grafe. Die Fledermäuse haben tagsüber einen sicheren Unterschlupf, die Pflanzen erhalten dafür den Stickstoff. Davon profitiere das Tier aber womöglich mehr als die Pflanze. (APA/dpa)

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    Hardwick-Wollfledermäuse schlafen ganz gern ...

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    ... untertags in einer Kannenpflanze.

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