Privatsender fordern vom ORF Distanzierung von Lorenz' Aussagen

27. Jänner 2011, 13:47
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Puls 4-Chef Breitenecker: "Wer in einem derart zerbrechlichen Glashaus sitzt wie der ORF, sollte mit Steinen sehr, sehr vorsichtig sein"

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) fordert vom ORF eine Distanzierung von den Aussagen seines Programmdirektors Wolfgang Lorenz. Dieser nannte Shows der Privatsender "unappetitlichst bis faschistoide" und tendenziell "menschenverachtend", DER STANDARD berichtete.

Lorenz habe sich mit diesen "primitiven und undifferenzierten Anschuldigungen selbst disqualifiziert", erklärt der VÖP. "Völliges Unverständnis" erzeuge allerdings die Tatsache, "dass sich der ORF bislang noch nicht von diesen skandalösen Aussagen einer seiner wichtigsten Führungskräfte distanziert hat." Hier werde eine ganze Branche in höchst unseriöser Weise diffamiert, sagt VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm, "diese Aussagen sind geschäftsschädigend. Wir fordern mit Nachdruck vom ORF, dass er sich klar von diesen Aussagen seines Programmdirektors distanziert."

Dass Lorenz Aussagen ausgerechnet wenige Tage nach der ORF-Show "Helden von Morgen" mit Schockrocker Marilyn Manson fielen, verärgert die Privat-TV-Macher besonders. Manson fiel mit sexistischen Aussagen auf, wie die Moderatorin  sei "zwar supersexy, für mich aber ohnehin zu alt". "Wer in einem derart zerbrechlichen Glashaus sitzt wie der ORF, sollte mit den Steinen, die er in seiner Verzweiflung auf die Konkurrenz wirft, sehr, sehr vorsichtig sein", meinte etwa Puls 4-Chef Markus Breitenecker.

Keinen Grund für eine Entschuldigung sieht der ORF. "Wir verstehen die Aufregung nicht, der Programmdirektor hat gegenüber dem ORF-Publikumsrat in einem längeren Bericht zur ORF-TV-Unterhaltung einen allgemeinen Befund formuliert und niemanden konkret angegriffen. Darüber hinaus gibt es seitens ORF keinen Kommentar dazu", sagte Kommunikationschef Martin Biedermann. (red/APA) 

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