Wachstumrate der muslimischen Weltbevölkerung sinkt

27. Jänner 2011, 15:10
2 Postings

Im Vergleich zur restlichen Weltbevölkerung wird die Zahl der Muslime in den nächsten beiden Jahren aber doppelt so schnell wachsen

Weltweit wird die Zahl der Muslime laut einer Studie binnen der nächsten 20 Jahre doppelt so schnell wachsen wie die der restlichen Weltbevölkerung. In den nächsten beiden Dekaden werde die muslimische Bevölkerung demnach jährlich um 1,5 Prozent anwachsen, die Zahl der Nicht-Muslime dagegen nur um 0,7 Prozent, hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie des US-Instituts Pew Forum on Religion and Public Life.

Gesamtheitlich gesehen jedoch wird das Wachstum der muslimischen Weltbevölkerung im Vergleich zu den vergangenen 20 Jahren sinken: Lag das Wachstum von 1990 bis 2010 bei durchschnittlich 2,2, Prozent pro Jahr, so wird für den Zeitraum 2010 bis 2030 ein Wachstum von 1,5 Prozent jährlich vorausgesagt. Im Jahr 2030 wird demnach der Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung 26,4 Prozent ausmachen.

Pakistan wird Indonesien überholen

Bis dahin wird Pakistan Indonesien als Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung überholt haben, sagt die Studie weiter voraus. In Europa wird der Anteil der Muslime demnach von heute sechs auf acht Prozent steigen, von 44,1 Millionen Einwohnern islamischen Glaubens auf dann 58,2 Millionen.

In einigen europäischen Ländern wird der Anteil in den kommenden 20 Jahren noch stärker ansteigen. Die Studie listet unter anderem Belgien auf, wo der Anteil von sechs auf 10,2 Prozent wachsen soll, Frankreich, wo er von 7,5 auf 10,3 Prozent anwachsen dürfte, sowie Schweden, wo er sich auf zehn Prozent verdoppeln werde. In den USA dürfte der Anteil der Muslime demnach von weniger als einem auf 1,7 Prozent steigen. Für ihre Prognosen legte das US-Institut die aktuellen Geburten-, Sterbe- und Migrationsraten zugrunde.

Mehrheit der Muslime in Asien

Wie in der Studie des Pew Forum weiter ausgeführt wird, werden im Jahr 2030 rund 60 Prozent der Muslime in der Region "Asia-Pacific", die Asien (ohne den Nahen Osten) und Ozeanien umfasst, leben. Dahinter folgen der Nahe Osten (inklusive Nordafrika) mit 20 Prozent, Afrika südlich der Sahara mit 17,6, Europa mit 2,7 und der amerikanische Kontinent mit 0,5.

Das US-Institut gab auch bekannt, dass es ähnliche Berichte über die Wachstumsraten der anderen großen Religionen (Christentum, Hinduismus, Budhhismus, Sikhismus und Judentum) plane. (APA/Reuters)

Share if you care.