Bestatter versteckte 2.000 Föten: 20 Jahre Haft

27. Jänner 2011, 13:12
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Höchststrafe für Unterstützung illegaler Abtreibungskliniken

Bangkok - Ein thailändischer Bestatter ist zu 20 Jahren Haft verurteilt worden, weil er in einem Tempel in Bangkok mehr als 2.000 illegal abgetriebene Föten versteckte. Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, erhielt der 38-Jährige jeweils eine zehnjährige Haftstrafe für die beiden Anklagepunkte - für das Verstecken der Leichen und für die Unterstützung illegaler Abtreibungskliniken. Damit erhielt er die für diese Vorwürfe möglichen Höchststrafen.

Der Bestatter war zunächst für jeden toten Fötus zu vier Monaten Haft verurteilt worden - das entsprach einer Gesamthaftdauer von gut 667 Jahren. Nachdem er die Taten gestand, wurde die Strafe halbiert. Nun wurde die Strafe erneut reduziert.

Wie dieStandard.at berichtete, wurden die toten Föten im November in Plastiksäcke verpackt in dem Leichenkühlraum eines buddhistischen Tempels in der thailändischen Hauptstadt Bangkok entdeckt, wo der Verurteilte arbeitete. Dort wurden sie bis zu ihrer Verbrennung aufbewahrt. Da das Krematorium des Tempels aber kaputt war, sammelten sich während der Reparaturarbeiten die Leichen in den drei Lagerräumen des Tempels. Der Prozess gegen einen weiteren Verdächtigen in dem Fall wurde vertagt.

400.000 Frauen unterziehen sich illegalem Abbruch

Der Fund der Leichen lenkte die Aufmerksamkeit auf das Ausmaß illegaler Abtreibungen in Thailand und löste eine öffentliche Debatte aus. Während die Regierung ein Sexverbot für Mädchen unter 20 vorschlug, regten Abgeordnete eine Lockerung der restriktiven Gesetze an. Bisher sind Abtreibungen in Thailand nur nach Vergewaltigungen zulässig oder wenn die Geburt die Gesundheit der Mutter gefährdet.

Unabhängigen ExpertInnen zufolge zwingt die Gesetzgebung jährlich 400.000 Frauen, darunter zwölf bis 15 Prozent Minderjährige, zu Abtreibungen unter unhygienischen Bedingungen und ohne angemessene medizinische Betreuung. (APA/Ag.)

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