Verantwortung ohne Horrorszenarien

18. Februar 2011, 12:44
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Corporate Social Responsibility: Jahrbuch zeigt die besten Beispiele unternehmerischer Verantwortung - Vom Projekt zur integrierten Firmenstrategie

Wien - Corporate Social Responsibility (CSR) hat sich weg vom Projekt hin zum Prozess entwickelt und wird immer mehr Teil der Unternehmensstrategie. So bringt Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung Peter Koren die Entwicklung der unternehmerischen Verantwortung bei der Podiumsdiskussion anlässlich der CSR-Jahrbuch-2011-Präsentation auf den Punkt. Eine Mischung aus Nachschlagewerk und journalistisch aufbereiteten Best-Practise-Beispielen bezeugt die Entwicklung und gibt einen Überblick über die österreichischen CSR-Aktivitäten.

Um die Qualität der mehr als 60 Beispiele aus Bereichen wie Integration von Menschen mit Behinderung und nachhaltigen Produkten zu verbessern, wurde für 2011 ein Beirat aus CSR-Experten hinzugezogen. Der Service-Teil informiert über Ausbildungen, Berater sowie über CSR-Preise und Gütesiegel. Die tabellarische Darstellung der 175 österreichischen Großunternehmen und 325 Klein- und Mittelbetriebe mit ihren CSR-Maßnahmen dienen zur Daten- und Informationsübersicht.

CSR mit Kerngeschäft vereinen

Ein besonderes Beispiel für eine wirkungsvolle Umsetzung von Corporate Social Responsibility ist für Jahrbuch-Autor Michael Fembek der Stromanbieter EVN, der tatsächlich sein Kerngeschäft unmittelbar mit der gesellschaftlichen Verantwortung verbindet. In einer Roma-Siedlung in Bulgarien konnte durch intensiven Dialog mit der Bevölkerung die Energieversorgung verbessert und der Verbrauch gesenkt werden. Auch die Zahlungsrate konnte von drei auf 85 Prozent erhöht werden.

"EVN hat gemeinsam mit der Roma-Bevölkerung eine Lösung gefunden, um ihre Stromrechnungen zahlen zu können und konnte zunehmend das Vertrauen der Menschen gewinnen", so Fembek. Für den Autor gibt es im CSR-Bereich eine rasante Entwicklung. "Vor drei, vier Jahren war der Gedanke 'Wie kann man Geschäfte machen und trotzdem sozial sein' noch nicht so da", weiß Fembek.

Berlakovich: Chance für Wirtschaft

Über die Möglichkeit und Notwendigkeit einer Vereinbarung zwischen Ökologie und Ökonomie sind sich die Diskutanten aus Wirtschaft und Politik einig. Niki Berlakovich, österreichischer Bundesminister für Umwelt, weiß um die Chance für die Unternehmen: "Sie sehen, dass es etwas bringt, energieeffizient und ressourcensparend zu wirtschaften." Für Berlakovich motivieren die Beispiele des CSR-Jahrbuchs und zeigen den österreichischen Unternehmen, wie soziale Verantwortung und Maßnahmen gelebt werden können.

Für Rewe-International-Vorstand Werner Wutscher muss die Nachhaltigkeitsstrategie so aufbereitet sein, dass sie sich mit den Kernkompetenzen eines Unternehmens trifft. Wichtig sei dabei, Mitarbeiter und Kunden in das Thema Nachhaltigkeit einzubeziehen. "Es bringt nichts, Horrorszenarien darzustellen. Umwelt- und Tierschutzthemen müssen lustig und spannend präsentiert werden", so Wutscher und nennt die Bio-Marke "Ja! Natürlich" und den wöchentlichen Nachhaltigkeitstag des Rewe-Senders Radio Max als Beispiel. (pte)

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