Verteidigungsministerium bestätigt zwei Berechnungen

27. Jänner 2011, 10:21
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Kostenannahmen seien "unrealistisch hoch angesetzt" gewesen

Der Sprecher des Verteidigungsministers bestätigte den STANDARD-Bericht, wonach es zwei Berechnungen zum Freiwilligenheer gegeben habe. Nach Vorlage des Zwischenberichts habe das Ministerbüro eine Neuberechnung verlangt, da gewisse Kostenannahmen "unrealistisch hoch angesetzt" gewesen seien. So sei eine Milizprämie von 10.000 Euro pro Mann und Jahr sowie eine Auslandseinsatzprämie von 12.000 Euro berechnet worden.

Dies kam dem Verteidigungsressort zu hoch vor. 5.000 Euro bei der Miliz und 7.200 Euro bei den Auslandseinsätzen müssten genug sein, befanden Darabos' Experten. Mit dieser Neuberechnung kam man dann eben auf die 2,1 Milliarden. Darabos-Sprecher Stefan Hirsch verweist auf das Endgutachten, das von den Experten der Planungsabteilung erarbeitet worden sei. Dort sei auchgestanden, dass die Annahmen hinsichtlich der 5.000 Euro-Prämie "durchaus angemessen" seien und eine Rekrutierung aus dem Miliz- und Reservestand erfolgsversprechend erscheinen ließen. Just dieser Satz war vor der Übergabe an den Minister geschwärzt worden. Medienberichte, wonach der abgelöste Generalstabschefs Edmund Entacher selbst die Streichung vorgenommen habe, wurden von diesem dementiert. Er konzedierte freilich, von den Streichungen gewusst zu haben.

Entrüstet zeigte sich die FPÖ. Sollte sich bestätigen, dass Darabos die Berechnung seines Präferenzmodells zur Abschaffung der Wehrpflicht "getürkt" habe, dann sei das Fass endgültig übergelaufen und Darabos möge besser noch heute als morgen den Hut nehmen. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss sowie eine Ministerklage wären die einzig logischen Konsequenzen daraus, befand FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky. (APA)

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