Demonstranten stürmen Polizeiposten

26. Jänner 2011, 22:31
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Kamerateam festgenommen, Fotograf verletzt - 70 Verletzte

Kairo  - Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der ägyptischen Polizei sind am Mittwochabend Dutzende Menschen verletzt worden. Besonders heikel war die Lage in der Hafenstadt Suez. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden 52 Demonstranten und Polizisten verletzt.

Das Innenministerium verhängte in der Stadt eine nächtliche Ausgangssperre. Der Konflikt war eskaliert, nachdem die Polizei eine große Trauerfeier für die vier Männer verboten hatte, die in der Nacht zuvor getötet worden waren. Wütende Demonstranten stürmten einen Polizeiposten. Die Polizei trieb sie daraufhin mit Gewalt auseinander.

Demonstranten haben laut Augenzeugenberichten ein Gebäude der Stadtverwaltung  in Brand gesetzt. Auch die Parteizentrale von Mubaraks Partei in Suez sei mit Brandsätzen beworfen worden.

Nach Angaben von Ärzten wurden bei den Unruhen in Suez mindestens 70 Menschen, darunter 55 Demonstranten, verletzt. Auch 15 Polizisten hätten durch Steinwürfe der Demonstranten Verletzungen erlitten.

Demo in Kairo aufgelöst

Auch in Kairo versammelten sich an verschiedenen Orten Menschen, um gegen die Regierung und Präsident Hosni Mubarak zu protestieren. Die Polizei konnte die einzelnen Gruppen jedoch diesmal leichter vertreiben als am Vorabend, als sich rund 10.000 Menschen auf dem zentralen Tahrir-Platz versammelt hatten.

Die ägyptische Führung hat bisher nicht auf die zum Teil sehr unterschiedlichen Forderungen der Demonstranten reagiert, die sich zwar alle vom Beispiel des tunesischen Volksaufstandes inspiriert fühlen, ansonsten aber zum Teil sehr verschiedene Vorstellungen haben. Einige Demonstranten gingen auf die Straße, um höhere Löhne für Staatsdiener zu fordern, andere, um gegen eine neue Kandidatur von Mubarak bei der geplanten Präsidentschaftswahl im Herbst zu protestieren. Islamistische Slogans waren bei den Demonstrationen nicht zu hören.

Kameramann festgenommen

Die ägyptische Polizei hat am Mittwoch einen Kameramann der Fernsehnachrichtenagentur APTV und dessen Assistenten festgenommen, die in Kairo die Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten gefilmt hatten. Beide sind offiziell akkreditiert und trugen Presseausweise bei sich. Ein AP-Fotograf wurde nach eigenen Angaben am Dienstagabend von einem Polizisten angegriffen. Sein Jochbein sei gebrochen, er müsse operiert werden, sagte der Fotoreporter.

Insgesamt wurden nach Angaben des ägyptischen Journalistenverbandes bisher acht Medienvertreter im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die größte Protestbewegung gegen die ägyptische Regierung seit Jahren festgenommen. Bei den landesweiten Protesten gegen die Regierung kamen bisher mindestens vier Menschen ums Leben.(APA/dapd)

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    Die Demonstranten in Suez versuchten sich Zugang zu einem Spital zu verschaffen, in dem die Leiche Gharib Abdelaziz Abdellatifs aufbewahrt wurde. Der 45-Jährige war am Mittwoch einem Bauchschuss erlegen, den ihm ein Polizist zugefügt hatte.

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