US-Notenbank hat noch keine Inflations-Sorgen

26. Jänner 2011, 21:12
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Washington - Die US-Notenbank sieht trotz steigender Rohstoffpreise keine gefährlichen Inflationstendenzen in der größten Volkswirtschaft der Welt. "Die langfristigen Inflationserwartungen sind stabil geblieben", teilte der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch nach seiner Sitzung mit. Zugleich bestätigte das Gremium den historischen Tiefstand des Leitzinses.

Nach wie vor ist die Zentralbank aber trotz positiver Wachstumssignale mit der Lage auf dem Arbeitsmarkt unzufrieden. Die Erholung reiche nicht nicht aus, um eine Besserung zu bewirken, teilte die Fed mit. Die Haushalte gäben seit dem vorigen Jahr wieder mehr aus. Die Konsumfreude bleibe weiter durch hohe Arbeitslosigkeit, nur moderaten Einkommenszuwachs, den Wertverfall am Immobilienmarkt und schwierige Kreditbedingungen gedämpft. Arbeitgeber hielten sich mit Einstellungen nach wie vor zurück.

Die Federal Reserve erklärte zudem, die im November angekündigte geldpolitische Lockerung fortzusetzen. Dabei will sie ins zweite Quartal dieses Jahres 600 Milliarden Dollar (439 Mrd. Euro) Staatsanleihen kaufen, um langfristige Zinsen zu drücken und dadurch die Nachfrage anzukurbeln. Vor allem die Börsen reagierten darauf sehr positiv.

Die Notenbank bestätigte die Spanne des des Leitzinses zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise hatte die Fed diesen Zielkorridor im Dezember 2008 festgelegt. Die Märkte rechnen inzwischen wegen des schleppenden Aufschwungs frühestens 2012 mit einer Zinsanhebung.

Die Aussichten für die US-Staatsfinanzen bleiben unterdessen düster. Das Haushaltsdefizit werde sich in diesem Jahr auf knapp 1,5 Billionen Dollar (1,09 Billionen Euro) belaufen, teilte das überparteiliche Etat-Büros des Kongresses (CBO) am Mittwoch mit. Dies sei ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem vorigen Haushaltsjahr, das am Ende September endete. Das Defizit entspreche 9,8 Prozent der Wirtschaftsleistung, nachdem es im Vorjahr 8,9 Prozent betragen habe.

Das Minus falle auch deshalb deutlich größer als bisher erwartet aus, weil US-Präsident Barack Obama im Dezember die Verlängerung von Steuersenkungen im Kongress durchsetzte. Sollten die Steuererleichterungen, die bislang bis 2012 begrenzt sind, dauerhaft in Kraft treten, könne das ein Defizit von 12 Billionen Dollar über die kommenden zehn Jahre bedeuten. (APA)

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