"Bergblut": Kampf um Land und Liebe

26. Jänner 2011, 17:02
2 Postings

"Bergblut", ein deutsch-italienischer Film über den Tiroler Aufstand von 1809 – und die weiteren Filmstarts der Woche

Andreas Hofer taucht spät auf. Er erscheint erst im zweiten Drittel des deutsch-italienischen Filmes Bergblut, und auch dort und fortan nicht als Hauptperson. Philipp J. Pamer hat den Aufstand der Tiroler gegen die Bayern und Franzosen im Jahr 1809 ohne Heldenverklärung in Szene gesetzt.

Im Mittelpunkt steht das Paar Katharina und Franz, eine Augsburgerin und ein Tiroler Tischler, die in Bayern heiraten und nach Tirol ziehen, wo Franz sich den Aufständischen anschließt. Bergblut besticht durch die geschickte Herangehensweise an sein Thema, macht die Motive der unterdrückten Tiroler nachvollziehbar und bringt mit der "Ausländerin" Katharina auch eine kritische Sicht ein. Gleichzeitig erzählt der Film eine authentische Liebesgeschichte. Besonders erfreuen auch die starken Frauenrollen.

Weil Pamer einen geschichtlichen Abschnitt und nicht eine Einzelperson ins Zentrum stellt, ist Bergblut kein Werk nur für Andreas-Hofer-Verehrer. Der Film ist ein Historiendrama, das die Stimmung einer Zeit mit großer Spannung und pathosfreier Emotion vielschichtig einfängt.

Diese Woche neu sind weiters Mike Leighs Kammerspiel Another Year, Clint Eastwoods metaphysisches Drama Hereafter; das Sci-Fi-Sequel Tron: Legacy und die US-Komödie Dickste Freunde (mit Vince Vaughn und Kevin James) sowie die Natur-Doku Russland. (zeit / DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2011)

  • Katharina (Inga Birkenfeld) fürchtet in "Bergblut" um Franz' (Wolfgang 
Menardi) Leben.
    foto: emw

    Katharina (Inga Birkenfeld) fürchtet in "Bergblut" um Franz' (Wolfgang Menardi) Leben.

Share if you care.