Fliegender Pantheon-Wechsel in Leoben

26. Jänner 2011, 14:40
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Ägyptische Götter können nicht anreisen, nun werden griechisch-römische ausgestellt

Graz - Lange ist's her, dass sich die Menschen als Spielball der Götter wähnten - heute läuft die Sache andersherum. Das kann auch dazu führen, dass kurzerhand ein ganzes Pantheon gegen ein anderes ausgetauscht wird bzw. werden muss.

In der Leobener Kunsthalle sollte heuer eigentlich die Ausstellung "Gott und Götter am Nil" gezeigt werden, doch daraus wird nichts: Wie die Stadt Leoben am Mittwoch mitteilte, sei man von den Partnern in Kairo kurzfristig davon informiert worden, dass die erforderlichen Leihgaben nicht verfügbar seien. Probleme in Ägypten hätten die Absage bewirkt, so die Veranstalter: Die Museumsdirektorin, mit der die vertragliche Vereinbarung erfolgt sei, wurde abgesetzt und die jüngsten politischen Unruhen hätten für heuer die Ausleihung der Exponate aus verschiedenen Museen Kairos unmöglich gemacht. Eine Verschiebung auf 2012 wäre zwar noch möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Was also tun? In Leoben machte man aus der Not eine Tugend und disponierte auf einen anderen Götterhimmel um, der auch nicht gerade unter Personalmangel leidet: das griechisch-römische Pantheon. Dafür holt man die Ausstellung "Die Rückkehr der Götter", bis 20. März in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zu sehen, in die Steiermark. Die Schau fußt auf Beständen der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin. Die 150 Marmorskulpturen - darunter Originalfragmente vom Großen Altar in Pergamon -, Bronzestatuetten, Terrakotten, Vasen, Gebrauchsgegenstände und Schmuck schlummerten zum Teil lange Zeit in Depots und wurden nach aufwändiger Restaurierung für die Ausstellung zusammengestellt. In Leoben, das dafür ein Budget von 1,2 Millionen Euro bereitstellt, wird die Schau zum geplanten Termin von 16. April bis 1. November gezeigt werden. (APA/red)

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