Spanische Filmakademie: Alex de la Iglesia tritt zurück

26. Jänner 2011, 14:03
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Protest gegen Gesetzesnovelle zu Content-Downloads

Madrid - Der spanische Regisseur Alex de la Iglesia hat am Mittwoch in einem offenen Brief an die Zeitung "El Pais" angekündigt, nach der Verleihung der Goya-Filmpreise am 13. Februar als Präsident der spanischen Filmakademie zurücktreten zu wollen.

Seine Entscheidung sei ein Protest gegen die Bekanntgabe der Regierung, gemeinsam mit der Oppositionspartei das sogenannte "Sinde"-Gesetz zu verabschieden, das den Umgang mit Webseiten mit unbezahlten Film- und Musikdownloads regelt und in der spanischen Film- und Musikindustrie für Missmut gesorgt hat.

De la Iglesias Protest wird als Vorwurf gegen den Kulturminister Angeles Gonzalez-Sinde gesehen. Dieser äußerte sich optimistisch: "Ich vertraue darauf, dass er das überdenken und weiter für die Akademie arbeiten wird."

Wie der "Hollywood Reporter" berichtet, hatte sich die Regierung zum Erreichen des Pakts mit der Oppositionspartei bereiterklärt, eine bereits existierende Regelung von Abgaben an Autorenrechten bei elektronischen Käufen als Kompensation für Privatkopien abzuändern.

In der neuen Version des Gesetzes könne die Sperre einer Webseite mit illegalen Inhalten bis zu zwei Wochen hinausgezögert werden, bisher sei dies innerhalb von 48 Stunden möglich gewesen.

Die Vereinigung von Content-Bereitstellern und -Industrien, die davon ausgeht, dass drei Viertel der Filmdownloads in Spanien unbezahlte sind, hat bei dem Gesetzesentwurf "Schlüsselaspekte" vermisst.

Das "Sinde"-Gesetz wurde in der spanischen Film- und Musikindustrie als enttäuschend und ineffektiv aufgenommen, trotzdem wird die Entscheidung von de la Iglesia in der Filmbranche nicht unbedingt als positiv angesehen. "Das ist eine schlechte Nachricht für die Industrie, vor allem nur wenige Wochen vor der Goya-Verleihung", meinte der spanische Produzent Gerardo Herrero. "Ich respektiere ihn als Freund und Filmemacher, aber das Sinde-Gesetz ist besser als gar keines, wir können nicht ohne Regelungen sein. Es gibt mehr Menschen, die zurücktreten sollten und es nicht tun." (APA)

 

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