Wieder Proteste gegen Ball des Wiener Korporationsringes angekündigt

26. Jänner 2011, 13:22
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Rund 2.000 Burschenschafter in Wiener Hofburg erwartet - Festnahmen und Verletzte bei Demo im vergangenen Jahr - Polizei berät über Maßnahmen

Wien - Der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) am kommenden Freitag sorgt wieder für angespannte Stimmung im Vorfeld. Mehrere linke Organisationen haben Proteste gegen die Burschenschafter-Veranstaltung angekündigt. Im vergangenen Jahr hatte es bei der eigentlich untersagten Demonstration 14 Festnahmen und mehrere Verletzte gegeben. Derzeit berät die Exekutive noch über Maßnahmen wie ein eventuelles Platzverbot.

Rund 2.000 Besucher werden beim WKR-Ball in den Festsälen der Wiener Hofburg erwartet, darunter viele internationale Gäste wie Organisator Udo Guggenbichler - er sitzt für die FPÖ im Wiener Gemeinderat. Festredner werde "ein Universitätsrektor" einer Universität sein. Welcher, wollen die Organisatoren nicht verraten: Teilnehmer vergangener Veranstaltungen hätten Probleme mit ihren Studenten bekommen, argumentiert Guggenbichler. Ausgeschlossen ist abermals nicht, dass sich einige freiheitliche Prominenz beim Ball einfinden wird.

Platzverbot für Demonstranten wahrscheinlich

Inzwischen formieren sich auch die Gegner der jährlichen Veranstaltung, die bereits in den vergangenen Jahren zu heftigen Protesten geführt hatte. Der Demonstrationszug mit dem Motto "Jedes Jahr dieselbe Scheiße" soll vom Praterstern in die Innenstadt bis zum Museumsquartier ziehen, so das "Antinationale Bündnis Wien" (AnBW) in einer Aussendung. Der Ball sei "die rechtsextreme Spitze eines reaktionären Eisberges". Auch die Sozialistische Jugend (SJ) und die KPÖ haben zur Teilnahme aufgerufen.

Die polizeilichen Maßnahmen sollen erst Donnerstagvormittag besprochen werden, im vergangenen Jahr hatte es zumindest ein Platzverbot gegeben. Im Zuge der Demonstration kam es zu Sachbeschädigungen. Auch einen politischen Disput zog die Veranstaltung nach sich: Die Freiheitlichen hatten dem Grünen-Abgeordneten Karl Öllinger die Teilnahme an der "Gewalt-Demo" vorgeworfen. Dieser erklärte, er habe sich zum Versammlungsort begeben, um den dort Anwesenden mitzuteilen, dass die Kundgebung untersagt war. (APA)

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