Pröll erweitert auf Umweltschutz und Feuerwehr

26. Jänner 2011, 13:05
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Bisher nur mildtätige Hilfsgelder absetzbar - SPÖ will Evaluierung abwarten

Wien - Künftig sollen auch Spenden an Umweltschutzorganisationen und die Freiwilligen Feuerwehren absetzbar sein, konkretisierte Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) am Mittwoch sein zu Weihnachten ankündigtes Vorhaben. Bisher konnten nur Spenden für mildtätige Organisationen, Entwicklungszusammenarbeit oder Katastrophenhilfe beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Das noch zur Verfügung stehende Volumen ist groß: 100 Mio. Euro wurden als Steuerausfall für die abgesetzten Spenden eingeplant, 2009 (Zahlen für 2010 gibt es noch nicht) lukrierten die Spender 20 Mio. Euro. Die Maßnahme sei aber durchaus erfolgreich gewesen, betonte Prölls Pressesprecher Daniel Kapp: Denn das Spendenaufkommen sei 2009 um 30 Mio. Euro gestiegen. Da aber noch viel Geld zur Verfügung steht, arbeiten die Beamten des Finanzministeriums derzeit an der Erweiterung des Kriterienkatalogs.

Krainer sieht aber "gute Gründe" für Ausweitung

Die Spendenabsetzbarkeit wurde 2009 eingeführt. Geltend gemacht werden können bis zu zehn Prozent der Einkünfte bzw. des Vorjahresgewinnes. Von dem Bonus profitieren also nur Steuerzahler - und zwar für eine 100-Euro-Spende je nach Steuerklasse mit zwischen 36,50 und 50 Euro.

Die SPÖ sieht zwar "gute Gründe", die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden auch auf Blaulicht-, Umwelt- und Tierschutzorganisationen auszuweiten. Aber zunächst sollte man die Evaluierung des Prüfungsbeirates abwarten, meinte SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer am Mittwoch in einer Aussendung.

Zustimmung von FPÖ und BZÖ

"Es ist nicht zielführend, alle paar Wochen einer anderen Organisation zu versprechen, in die Liste aufgenommen zu werden, solange der Evaluierungsbericht aus dem Finanzministerium noch nicht vorliegt", kritisierte Krainer den Vorstoß von Finanzminister Pröll.

Dass künftig auch die Freiwilligen Feuerwehren von der Spendenabsetzbarkeit profitieren, wurde am Mittwoch reihum begrüßt. Mehrere ÖVP-Politiker freuten sich in Aussendungen darüber. Die FPÖ sprach von einem "besonders wichtigen Signal im Jahr der Freiwilligen". Das BZÖ will allerdings nicht nur die Feuerwehren, sondern alle Blaulichtorganisationen einbezogen haben. (APA)

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