Wer unter der hohem Inflation ächzt

26. Jänner 2011, 12:53
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In China werden soziale Unruhen wegen steigender Lebensmittelpreise befürchtet

In Deutschland droht eine Teuerungswelle: Experten wie Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer halten in den nächsten zwei, drei Jahren eine Inflationsrate von vier Prozent für möglich. In vielen anderen Ländern wird diese Marke wegen steigender Rohstoff- und Lebensmittelpreise bereits deutlich übertroffen. Ein Überblick:

Großbritannien

Die britische Wirtschaft muss nach dem Konjunktureinbruch eine neue Hiobsbotschaft verkraften. Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten auf bis zu 5 Prozent steigen, befürchtet der Gouverneur der britischen Notenbank (BoE), Mervyn King. Bereits jetzt liegt sie mit 3,7 Prozent fast doppelt so hoch wie von der Zentralbank angestrebt. Höhere Importpreise, der steigende Ölpreis und die Anhebung von indirekten Steuern sind dafür verantwortlich.

China

Die Teuerungsrate kletterte im November auf 5,1 Prozent - den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Hauptgrund dafür sind steigende Lebensmittelpreise, die zweistellig zulegten. Die Regierung kündigte deshalb Razzien und Preiskontrollen an. Sie befürchtet soziale Unruhen, da vor allem Hunderte Millionen arme Menschen die Kostenexplosion trifft, die ein Großteil ihres Geldes für Essen ausgeben. In diesem Jahr will Peking die Teuerungsrate bei 4 Prozent halten.

Russland

Die Regierung befürchtet eine Inflationsrate von mehr als 8 Prozent. "Das Risiko ist da", sagt der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Klepach. Auch die Zentralbank räumt ein, dass der angestrebte Zielwert von 6 bis 7 Prozent "sehr schwer" zu erreichen sei.

Brasilien

Mit 5,91 Prozent kletterten die Lebenshaltungskosten 2010 so deutlich wie seit sechs Jahren nicht mehr, befeuert vom stärksten Wirtschaftsboom seit 24 Jahren und höheren Preisen für Lebensmittel. Die Zentralbank strebt für 2011 und 2012 eine Teuerungsrate von 4,5 Prozent an.

Saudi-Arabien

Mit 6,1 Prozent liegt die Teuerungsrate auf dem höchsten Niveau seit eineinhalb Jahren. "Zu den Dingen, die uns Sorgen bereiten, zählt die Inflation", sagt Zentralbankchef Muhammad al-Jasser. Auch hier heizen steigende Preise für Lebensmittel die Inflation an. (APA/Reuters)

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