Deutsche Industrie mit fettem Auftragspolster

26. Jänner 2011, 12:15
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Niveau überdurchschnittlich, aber unter Rekordwert

Berlin - Die deutsche Industrie ist so gut ausgelastet wie seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr. Das Rekord-Niveau aus der Zeit vor der Krise hat sie aber noch nicht erreicht, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. "Wir sind im Boom, aber - zumindest im Verarbeitenden Gewerbe - noch nicht auf dem Höhepunkt des Booms angekommen", sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen zu Reuters.

"Da ist noch Luft nach oben." Die Unternehmen haben ihre Maschinen und Geräte derzeit zu 84,7 Prozent ausgelastet. Dies liegt etwas über dem langjährigen Durchschnitt von gut 83 Prozent und fast zehn Prozentpunkte über dem Wert vor einem Jahr. Der Rekordwert vom Frühjahr 2007 mit gut 88 Prozent liegt aber noch in weiter Ferne.

Die exportlastige deutsche Industrie war großer Verlierer der weltweiten Rezession 2009, setzte sich dann aber an die Spitze der konjunkturellen Aufholjagd und verhalf der heimischen Wirtschaft 2010 zum stärksten Wachstum seit rund 20 Jahren.

Tempo bremst sich ab

"Die Industrie war am stärksten betroffen, hat schon einen langen Weg zurückgelegt, aber noch einiges vor sich", betonte Carstensen. Die positive Entwicklung werde sich fortsetzen, aber in etwas langsamerem Tempo.

Besonders rund läuft es nach Ifo-Angaben bei den Herstellern von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen. "Die nochmals gestiegene Nachfrage führte wie in den Vormonaten zu Lieferengpässen." Deshalb fuhren die Firmen ihre Produktion hoch, die Kapazitätsauslastung stieg zum Oktober 2010 um 3,1 Prozentpunkte auf 87,6 Prozent. Die Unternehmen bezeichneten ihre Aussichten weiter als hervorragend und rechnen vor allem im Exportgeschäft mit deutlichen Zuwächsen.

In der Chemieindustrie verbesserte sich die ohnehin sehr gute Situation noch einmal kräftig. Der Auslastungsgrad der Maschinen und Anlagen kletterte auf 86,3 Prozent. Die Firmen seien sehr optimistisch und wollten verstärkt Personal einstellen, hieß es.

Auch bei den Maschinenbauern geht es weiter bergauf. Wegen der seit rund einem Jahr stetig steigenden Produktion sei die Kapazitätsauslastung binnen Jahresfrist von 73 auf 87,3 Prozent gestiegen. Auch im Fahrzeugbau brummt es wieder. Im Papier-, Verlags- und Druckgewerbe hingegen trübte sich die Stimmung etwas ein und die Kapazitätsauslastung sank spürbar. (APA/Reuters)

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