Indische Notenbank kämpft gegen Teuerung

25. Jänner 2011, 17:54
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Mumbai/Wien - Indiens Notenbank zieht die Zügel weiter an. Der Leitzins wurde von 6,25 auf 6,5 Prozent angehoben. Damit hat die Reserve Bank of India (RBI) seit März 2010 die Zinsen um 175 Basispunkte erhöht. Notenbank-Gouverneur Duvvuri Subbarao bezeichnete die angestiegene Inflation als "wichtigste Sorge" der Zentralbank. Die Inflation von Nahrungsmitteln sei "wieder stark gestiegen", so Subbarao in der Erklärung der Zinsentscheidung, ebenso die Preise für Energie.

Alleine ist die indische Notenbank mit ihrer Politik nicht. Einige Schwellenländer haben in den vergangenen Monaten die Geldpolitik deutlich gestrafft. Bereits im neuen Jahr hat etwa die thailändische Notenbank erneut die Zinsen angehoben. Auch die Zentralbank Südkoreas hat vor zwei Wochen einen weiteren Zinserhöhungsschritt gesetzt. Doch die Inflation dürfte Zentralbanken weiter beschäftigen. In Indien hat Subbarao die Inflationserwartung für 2011 von 5,5 auf sieben Prozent erhöht. Die Zentralbank der Türkei rechnet mit einer Teuerung von 5,9 statt 5,4 Prozent.

Anleihen mit langen Laufzeiten wurden von Anlegern daher verkauft. Zehnjährige Zinsen sind deutlich gestiegen, für Indonesien etwa 150 Basispunkte seit Jahresbeginn. Für Nomuras Anlagestrategen sind die steigenden Inflationsraten und Zinsen ein übler Cocktail für die Kapitalmärkte. In einem aktuellen Papier warnt das Team von Shanthi Nair, dass Aktien- wie Anleihenmärkte angesichts des inflationären Umfelds weiter leiden könnten. Nair empfiehlt Anlegern weiter, in den Portfolios Schwellenländer unterzugewichten.

Die gestiegene Inflationsdynamik macht sich an den Währungsmärkten bemerkbar. Die Wechselkurse des thailändischen Baht und der indischen Rupie sind je fast vier Prozent gegen den Euro seit Jahresbeginn gefallen. (sulu, DER STANDARD, Printausgabe, 26.1.2011)

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