Kadetten klagen über Saufgelage auf der "Gorch Fock"

Birgit Baumann aus Berlin
25. Jänner 2011, 17:03

Alkohol-Exzesse, Drohungen, sexuelle Nötigung: Auf dem deutschen Segelschulschiff ging es nach Berichten hoch her

Eigentlich hatte der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit der Suspendierung von Gorch-Fock-Kapitän Norbert Schatz Druck aus der Sache nehmen wollen. Doch das deutsche Segelschulschiff ist weiterhin in schwerer See - auch wenn es nach wie vor im Hafen von Ushuaia (Argentinien) auf seine Heimfahrt nach Kiel wartet.

Denn mehrere deutsche Medien zitieren aus einem Bericht, den Offiziersanwärter, die auf der Gorch Fock ausgebildet werden, dem Wehrbeauftragten des deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, übermittelt haben. Darin ist von massiven Alkoholexzessen der Stammbesatzung die Rede. Einmal soll ein betrunkener Ausbilder den Kadetten erklärt haben, "dass er Offiziersanwärter hasse und sie töten würde".

Es gibt auch Hinweise auf sexuelle Belästigung. So gab ein Soldat an, er sei in der Dusche bedrängt worden. Am Schiff sei es "ähnlich wie im Knast, jeder Neue müsse seinen Arsch hinhalten". Den Kapitän hätten die Offiziersanwärter hauptsächlich in der Badehose gesehen. Kritisiert wurde auch, dass die Stammbesatzung zwei Tage nach dem Unfalltod einer 25-jährigen Offiziersanwärterin, die aus der Takelage gestürzt war, Karneval feierte und die Auszubildenden Erbrochenes der Stammmannschaft auf dem Deck wegputzen mussten.

Auch Wehrbeauftragter Hellmut Königshaus beklagt in seinem am Dienstag vorgelegten Bericht Führungsschwächen bei der deutschen Bundeswehr, wenngleich er keine systematischen Verstöße gegen Regeln sieht. Insbesondere unerfahrenen Vorgesetzten fehle es aber "an Wissen und Gespür dafür, wann die Grenzen zum Dienstvergehen beziehungsweise zur Straftat überschritten werden", heißt es in seinem Jahresbericht. Er forderte Guttenberg auf, bei der anstehenden Heeresreform dafür zu sorgen, dass die Disziplin in der Truppe besser werde.

Gerücht um Rache der FDP

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundeswehr von einem Skandal erschüttert wird. 2006 etwa tauchten Fotos aus Afghanistan auf, auf denen Soldaten ihre entblößten Genitalien neben Totenschädel hielten. 2010 wurde bekannt, dass "Neulinge" bei den Gebirgsjägern im bayerischen Mittenwald (wo auch Guttenberg selbst diente) rohe Schweineleber essen mussten.

Dennoch wird in Berlin gemutmaßt, dass die Zustände auf der Gorch Fock nicht zufällig gerade jetzt von Königshaus publik gemacht wurden. Der FDP-Politiker ist ein Vertrauter von Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der mit Guttenberg wegen der Afghanistan-Strategie im Clinch liegt. Westerwelle will die deutschen Soldaten schneller abziehen als Guttenberg. Doch Guttenberg hat mittlerweile auch in den eigenen Reihen Ärger. In einem Papier des Kanzleramtes und in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird kritisiert, dass Guttenberg das eigentlich in der schwarz-gelben Koalition vereinbarte Sparziel von 8,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2014 nicht erbringen will. Kanzlerin Angela Merkel sieht zu wenig Einsparung in der Führungsebene der Bundeswehr und fordert außerdem mehr Schließungen von Kasernen als von Guttenberg geplant. In der Fraktion heißt es, man stehe voll hinter Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Und der pocht auf den Sparkurs. (Birgit Baumann aus Berlin, STANDARD-Printausgabe, 26.01.2011)

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Rohe Schweineleber? Oh Graus... das hätte ich nicht mitgemacht!

Frida - wo bist Du?

Darabos

der würde dort aufräumen in dem Saustall. Jawoll !

Wem ist eigentlich neu.....

.....dass auf Schiffen einer Marine gesoffen wird

.....dass auf Schiffen einer Marine rauhe - spätpubertäre - Sitten herrschen

.....das Schiffe einer Marine kein geeigneter Platz für Mädchen sind

Trotzdem gibt es viele Menschen die jetzt auf Entrüstung spielen

es ist auch nichts neues daran, dass ewiggestrige das auch noch super finden.

Dieses verhalten ist nicht gestrig....

.....seit Jahrtausenden entspricht Militär keiner gesitteten Mädchenschule sondern eine Ansammlung von späpubertären Rapauken die sich entsprechend aufführen und Dinge lustig finden die andere verabscheuen. Das hat sich offensichtlich bewährt. Es daher ist anzunehmen, dass wüste Gesellen furcht erregen und selbst furchtlose Soldaten sind.

Wer das nicht will, muss trachten, Kriege grundsätzlich und primär mit diplomatischen Mitteln zu vermeiden.

Und natürlich nicht mitmachen, wenn unsere geschätzten AMIS ständig neue Kriegsschauplätze
beginnen.

Davon abgesehen und als zivilisierte Ausnahme, kann ich mir vorstellen, in Österreich heute, für beide Geschlechter, eine allgemeine Bürgerpflicht (Militär + Ziivil) einzuführen.

Zeiten ändern sich, man muss kein wüster Geselle sein um 2000 meter über dem Boden einen kleinen roten knopf zu drücken und damit ein ganzes Bataillon (wüste Gesellen?) auszulöschen,ohne je einen einzigen Tropfen Blut gesehen zu haben...

Flugzeuge gewinnen Kriege und zerstören Armeen, Infanterie besetzt das Gebiet, hält die Bevölkerung in Schach und muss sich punktuell mit Guerilla herumschlagen, Massive Schläge werden heutzutage von Menschen ausgeführt die auf kleine Knöpfchen drücken...dagegen schützt kein Panzer und kein Bunker, da kann man noch so wüst, wild oder rabiat sein, ein gut ausgebildeter Soldat (meistens Pilot) drück ein Knöpfchen und die bösen wüsten Rapauken verdampfen.Taktitken ändern sich, böse Barbaren gewinnen längst nichts mehr, Maschinen und Menschen welche diese Maschinen bedienen gewinnen Kriege, die frühstücken in den USA mit ihrer Family, fliegen in den Irak (Luftbetankung) und am nächsten tag essen sie mit ihrer Family zu Abend...

Sie schreibn doch....

...."Infanterie besetzt das Gebiet, hält die Bevölkerung in Schach und muss sich punktuell mit Guerilla herumschlagen"

Genau diese meinete ich. Für die Knopferldrucker werden wir Österreicher nie das technische Niveau erreichen,

Wir brauchen auch keine Armee die uns verteidigen kann - wenn uns jemand ersthaft angreift sind wir Nullen.

Was wir brauche wäre Dienst aller Jugendlichen an Österreich - zwecks Integration von Arm und Reich, Inländern und Migranten, Männlein und Weiblein, Alt und Jung u.s.w. - das verbunden mit einer erstklassigen polytechnischen und sozialen Weiterbildung

Aber das sieht die "Krone" nicht, die wollen nur total populistisch einen - derzeit und seit Jahrzehnten - sicher sinnlosen - Dienst abschaffen

natürlich spielt Österreich Militärisch gesehen keine Rolle, aber wir sind in die EU eingebunden, wir haben nicht nur dieselbe Währung, wir haben ein gemeinsames (EU)Parlament, niemand kann ernsthaft ein EU land angreifen ohne reaktion

der restlichen EU, es sind schon Projekte richtung EU-Heer angelaufen (EU Battle Groups http://de.wikipedia.org/wiki/EU_B... tlegroup), allerdings noch in den Kinderschuhen, gute chancen dass es in 20/30 Jahren etwas in dieser Richtung gibt, davon kann Österreich nur profitieren, nicht nur ist das EU gebiet durch die Nukleare Abschreckung Großbritanniens und Frankreichs vor Angriffen a la Russland/China gesichert, auch für konventionelle interventionen wäre es durchaus gerüstet, allerdings passt in dieses systém wohl kein Wehrpflicht Apparat, wesshalb dieser EU weit abgeschafft wird, ist wohl ein langsamer schritt mehr richtung EU-Heer, jedenfalls könnten wir, eingebettet in ein EU-Heer, durchaus Rollen übernehmen

Was Sie da schreiben.....

....sehe ich ähnlich. Gebe Ihnen dazu recht.

Nur versuchen Sie bitte auch, den Integrationswert einer ordentlichen mulitidisziplinäreb Truppe auf Basis einer allgemeinen Bürgerpflicht - nicht so eine Fehlkonstruktion wie unser Heer - für Weiterbildung sowie Integration von Arm und Reich, Inländern und Migranten, Männlein und Weiblein, Alt und Jung u.s.w. - zu bewerten.

Gleichzeitig wäre - was ich vorschlage - ein Projekt gegen Jugendarbeitsloigkeit, Weiterbildung und Lebenserfahrung.

Es geht auch um persönliche Beiträge und im Gegensatz zu Kriegen um positive Erinnerungen.

seit Jahrtausenden entspricht Militär keiner gesitteten Mädchenschule sondern eine Ansammlung von späpubertären Rapauken die sich entsprechend aufführen und Dinge lustig finden die andere verabscheuen.

Die Armeen der Welt bestehen nicht nur aus amerikanisierten GIs! Außerdem gibt es sehr wohl einen Unterschied, ob man Schütze Arsch ist, oder ein Offizier.

Im 2. WK waren sich disbezüglich die Amerikanischen und die Britischen Soldaten auch nicht "grün". Während die einen als Snobs gegolten hatten (wegen den guten Manieren), galten die anderen als "Proleten". Man muss sich nur die entsprechenden Fachbücher ansehen.

Was Sie lesen ist ein bisserl zu einseitig.....

.....Historisches und echte Dokumentatione würde ich Ihnen empfehlen

sehr intelligent! wüste gesellen erregen furcht, jaja!

und darum verlieren die wüsten gesellen dann reihenweise kriege, gell! schauen sie sich mal full metal jacket an, vielleicht begreifen sie dann, dass all die schleiferei mitnichten zu erfolgen im krieg führt....

Ah, Entschuldigung Fräulein, aber "Full Metal Jacket" ist ein Spielfilm, keine Doku.

Und es liegen garantiert immer "wüste gesellen" voran - die einen oder die anderen.

Mit Sozialarbeiter- oder Mädchenmentalität gewinnt man halt nun mal keinen Krieg...

mein herrlein, auch für sie gilt: zuerst denken, dann posten!

es ist nämlich sehr peinlich und sagt viel über den vorgestrigen geisteszustand der hier postenden allermännlichsten aus, was so von der "mädchenmentalität-verachter-fraktion" von sich gegeben wird! abgesehen davon würd mich mal interessieren, was die hier so oft angesprochene "mädchenmentalität" denn sein soll....meinen sie die heutige frauengeneration, die komatrinken kann, banken überfällt und bei bedarf gewalttätige gesponse ins jenseits befördert????

Na genau dieses Rumgezicke ist gemeint, Gnädigste. :-)

Bei den großen Jungs mitspielen wollen - aber nach den Mädchenregeln!

Vom "Beerensammeln - aber die Hälfte vom Mamut fordern" bis zu "per Quote den Wettbewerb umgehen" - stets soll den Damen eine Extrawurst gebraten werden. Lieb.

Jeder an seinem Platz! So will es Mutter Natur.

maMMut, süßer :-D

Lieb. Aber wieder knapp daneben: Mammut.

Na macht ja nix, Hauptsache Sie haben in der Sache Vernunft angenommen. Helfe gerne wieder. :-)

Sie überventilieren:

Ironie ist für Sie anscheinend ein Fremdwort.

Irgendwie richtig süß, wie die heutige Männerwelt mit Händen und Füßen strampelnd ihre Männlichkeit versucht zu verteidigen und irgendwie tut es mir sogar ehrlich leid, das starke Geschlecht;)

Ich glaube weniger, dass es hier darum geht die Männlichkeit gegen weibliche Widersacher zu verteidigen.

Vielmehr gilt in realen Konfliktsituationen das Recht des Stärkeren, und um dabei siegreich hervorzugehen (sprich: zu überleben) ist neben physischer Überlegenheit auch Aggressivität, Reaktionsbereitschaft und Skrupellosigkeit vonnöten. Entsprechend existieren in den konfliktführenden Institutionen inoffizielle Rituale, die diese Eigenschaften fördern sollen.

So etwas mag in der Zivilgesellschaft keinen Platz haben. Aber wenn die Diplomatie gescheitert ist, steht genau diese Mentalität zwischen der eigenen Bevölkerung und Tod, Raub und Vergewaltigung durch Invasoren.

Ich hör mich an wie ein Militär-Apologet.. bin aber nur Pragmatiker.

Zeiten ändern sich, man muss kein wüster Geselle sein um 2000 meter über dem Boden einen kleinen roten knopf zu drücken und damit ein ganzes Bataillon (wüste Gesellen?) auszulöschen,ohne je einen einzigen Tropfen Blut gesehen zu haben...Kriege werden

nicht mehr von skrupellosigkeit sondern von technischer überlegenheit gewonnen,Flugzeuge gewinnen Kriege und zerstören Armeen, Infanterie besetzt das Gebiet, hält die Bevölkerung in Schach und muss sich punktuell mit Guerilla herumschlagen,Massive Schläge werden heutzutage von Menschen ausgeführt die auf kleine Knöpfchen drücken.dagegen schützt kein Panzer und kein Bunker, da kann man noch so wüst, wild oder rabiat sein, ein gut ausgebildeter Soldat (meistens Pilot) drück ein Knöpfchen und die wüsten Rapauken verdampfen.Maschinen und Menschen welche diese Maschinen bedienen gewinnen Kriege, die frühstücken in den USA mit ihrer Family, fliegen in den Irak (Luftbetankung) bomben werfen und am nächsten tag essen sie mit ihrer Family zu Abend.

"Full Metal Jacket" ist zwar ein Spielfilm, ...

...aber mit realem Hintergrund. Der Darsteller des Ausbildners im Film - "Ich liebe die Jungfrau Maria, ihr Haufen von Scheiße" - war auch im "Zivil"beruf Ausbildner bei den Marines! Dieser Film hat durchaus dokumentarischen Charakter, vor allem der erste Teil!

au contraire, Monsieur, mit Sozialarbeiter- oder Mädchenmentalität, wie Sie es nennen, gäbe es nämlich gar keine Kriege, et voila ;)

Wir leben aber nicht im Paradies.

Gibt immer böse Buben die sich nicht an die Regeln halten. Leider.

Und gegen die hilft das Mädchen nichts.

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