Vorerst magerere Zeiten für Chipkonzerne STMicro und TI

25. Jänner 2011, 16:14

Beide Konzerne übertrafen im vierten Quartal die Prognosen - Bescheidenheit für Jahresauftakt - STMicroelectronics will 2011 mit Umsatz Markt übertreffen

Nach einem üppigen Jahresendspurt stellen sich die Chiphersteller STMicroelectronics (ST) und Texas Instruments (TI) auf vorerst magerere Zeiten ein. Die Rivalen von Intel und AMD übertrafen im traditionell starken Weihnachtsquartal die Umsatz- und Gewinnerwartungen, üben sich aber für den Jahresauftakt in Bescheidenheit. STMicro zeigte sich jedoch optimistisch, im Gesamtjahr mit seinen Halbleitern für Autos, Telefone und Computern ein besseres Geschäft zu machen als die Konkurrenz. TI wagte dagegen keine Umsatzprognose für 2011. Der US-Konzern sprach lediglich von einer starken Nachfrage nach seinen Chips für Tablet-Computer.

TI-Finanzchef Kevin March machte im Reuters-Interview zugleich deutlich, dass sich die Aufträge im Geschäft mit TV-Halbleitern im laufenden Quartal wieder beleben dürften. Hier hatte es zuletzt einen Lieferstau gegeben: Elektronikkonzerne hatten in ihrer Euphorie die Stärke des Wirtschaftsaufschwungs überschätzt und zu viele Chips bestellt. Als die Kauflust der Verbraucher aber langsamer zurückkehrte als erwartet, bauten die Elektronikkonzerne zunächst ihre hohen Lagerbestände ab - zum Nachteil von TI. Doch dies sei nun beendet, sagte March.

Die Ertragskraft wurde nach Konzernangaben zuletzt etwas geschmälert, weil die Produktion in neuen Fabriken hochgefahren wurde. Mit einer Rendite von 53 Prozent im vierten Quartal enttäuschte Texas Instruments die Analysten, die sich zudem über die geplanten Forschungsausgaben die Haare rauften. TI will das Budget 2011 um acht Prozent hochfahren, äußerte sich aber nicht konkret zu den Umsatzerwartungen. TI erklärte lediglich, dass die Forschungsausgaben nicht mehr gesteigert werden sollten als der Umsatz wächst. Offen blieb, ob daraus ein Ziel von acht Prozent Umsatzwachstum abgeleitet werden kann. Analysten erwarten im Schnitt weniger als ein Prozent.

Im vierten Quartal steigerte TI den Gewinn auf 942 Mio. Dollar (694 Mio. Euro) nach 655 Mio. im Vorjahreszeitraum. Ohne Sonderposten ergab sich ein Ergebnis je Aktie von 64 Cent. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen von Analysten um einen Cent. Der Umsatz stieg auf 3,53 Mrd. Dollar nach drei Mrd. Dollar ein Jahr zuvor. Experten hatten nur 3,5 Mrd. Dollar erwartet. Nach dem traditionell starken Jahresendquartal rechnet TI für das laufende Vierteljahr mit Rückgängen: Den Gewinn je Aktie sagt der mit 54 bis 62 Cent voraus, den Umsatz mit 3,27 bis 3,55 Mrd. Dollar.

STMicroelectronics setzte im abgelaufenen vierten Quartal 2,83 Mrd. Dollar um. Analysten hatten dem Unternehmen dagegen nur 2,77 Mrd. Dollar zugetraut. Der Nettogewinn erreichte 219 Mio. Dollar nach einem Minus von 70 Mio. Dollar im Jahr zuvor. Je Aktie ergab sich ein Gewinn ohne Sonderposten von 27 Cent, Analysten hatten mit 24 Cent gerechnet. Für das laufende Vierteljahr sagte ST einen Umsatzrückgang von sieben bis zwölf Prozent zum Vorquartal voraus. Analysten prognostizieren einen Wert von 2,56 Mrd. Dollar.

STMicro-Aktien gaben in Paris 2,7 Prozent nach. Die Anteilsscheine von Texas Instruments verbilligten sich in New York im nachbörslichen Handel um 2,4 Prozent. Nach den Worten von Analyst Ed Snyder von Charter Equity Research hätte das Unternehmen stärker zulegen müssen, um den Kurs weiter nach oben zu treiben. Die Titel haben seit September 46 Prozent zugelegt. (Reuters)

 

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