Metallhalogenlampen haben die schlimmsten Folgen für nachtaktive Tiere
Innsbruck - Metallhalogendampf-Hochdrucklampen führen zum Massensterben
von Insekten, während LED-Leuchten wesentlich weniger Tiere töten. Dies hat ein
am Dienstag präsentiertes Forschungsprojekt der Tiroler Umweltanwaltschaft und
der Tiroler Landesmuseen gezeigt.
Der Versuch sollte gefährliche Lichtquellen für Insekten aufzeigen und
weniger fatale Alternativen herausfinden. Besonders in den Ländern Deutschland,
Schweiz, Italien und Slowenien habe das Projekt unter Wissenschaftern großes
Interesse gefunden, betonte Umweltanwalt Johannes Kostenzer bei der
Pressekonferenz.
Der Versuch schaffe nun erstmals wissenschaftlich fundierte Grundlagen zum
Schutz nachtaktiver Insekten. Die Ergebnisse würden den Verantwortlichen
Erkenntnisse bringen, welche Leuchtmittel vorrangig eingesetzt werden sollen. In
Völs nahe Innsbruck wurde in 18 Nächten erforscht, welches Licht die meisten
Insekten in eine tödliche Falle lockt. Sechs verschiedene Leuchten haben im
betreffenden Zeitraum etwa 21.000 Tieren angelockt, davon knapp 3.900
Schmetterlinge.
1.249 Tote
Das Projekt habe ganz klar gezeigt, dass
Metallhalogendampf-Hochdrucklampen für die Tiere am fatalsten wirken. So habe
eine solche Lampe im Versuch 1.249 Schmetterlingsleben gefordert, während eine
LED-Leuchte das beste Ergebnis erzielte. Dieser Lampe fielen lediglich 107
solche Tierchen zum Opfer.
Das ökologisch verträglichste Leuchtmittel seien somit die getesteten
LED-Lampentypen. Die Umweltanwaltschaft werde daher verstärkt für den Einsatz
dieser Lichter eintreten. Die aktuellen Ergebnisse werden aufgrund der
Breitenwirkung unseres Projektes "Helle Not" weit über Tirol hinaus Richtschnur
werden für eine umweltfreundliche Beleuchtung", zeigte sich Kostenzer als
Projektträger überzeugt.
Durch künstliche Lichtquellen würden die Tiere geblendet und verlieren die
Orientierung. Die Tiere fliegen zwanghaft die Leuchtkörper an, bis sie vor
Erschöpfung verenden oder verbrennen, erklärten die Experten. Ein Versuch eines
Wissenschafters in Italien habe gezeigt, dass bei einem einzigen beleuchteten
Kriegerdenkmal jährlich sieben Millionen Schmetterlinge dadurch den Tod finden,
so Peter Huemer vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. (red/APA)