Frankreich verkauft vier "Mistral"-Kriegsschiffe an Russland

25. Jänner 2011, 15:29
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NATO-Länder wegen möglichem Transfer von Know-How besorgt

Paris - Frankreich und Russland haben am Dienstag den Verkauf von vier französischen Kriegsschiffen an Russland besiegelt. Zwei der Schiffe vom Typ "Mistral" sollten in Frankreich und zwei in Russland gebaut werden, teilte das französische Präsidialamt mit. Dadurch blieben vier Jahre lang 1.200 Arbeitsplätze erhalten, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy bei einem Besuch in der Hafenstadt Saint Nazaire, wo die Schiffe entstehen sollen. In einer gemeinsamen Mitteilung war vom größten Rüstungsprojekt Russlands mit einem westlichen Partner die Rede.

Die 200 Meter langen "Mistral"-Schiffe können bis zu 900 Soldaten, sechs Hubschrauber, 13 Panzer sowie 100 weitere Fahrzeuge transportieren. Sie können damit auch für Landungseinsätze benutzt werden. Paris hatte seit 2009 mit Moskau über den Rüstungsdeal verhandelt, den mehrere Nachbarländer Russlands kritisieren.

Russland hatte auf einer Weitergabe der französischen Technologie bestanden. Mit dem Bau zweier Schiffe im eigenen Land dürfte Moskau diese Forderung durchgesetzt haben, auch wenn offiziell nichts dazu bekanntwurde.

Die USA warnten vor einem Transfer westlicher Technologie. Die baltischen NATO-Mitgliedsstaaten fürchten, dass Russland seine Militärmacht im Ostseeraum weiter ausbaut und die Schiffe eines Tages zu feindlichen Manövern aufkreuzen. Frankreich argumentierte, dass die Hubschrauberträger ohne Waffen verkauft werden.

Das genaue Auftragsvolumen wurde zunächst nicht bekannt. Nach Informationen der russischen Agentur Interfax beträgt der Stückpreis "unter 600 Millionen Euro". Die beiden Schiffe in Frankreich baut ein Konsortium um die französische Werft STX France. (APA/AFP/dpa)

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